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Das Irrtumsrisiko bei den Ausnahmen des völkerrechtlichen Gewaltverbotes.

Nomos Elibrary Open Access Ebooks Available online

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Format:
Book
Author/Creator:
Fischer, Paula, author.
Series:
Kölner Schriften zum Friedenssicherungsrecht
Kölner Schriften zum Friedenssicherungsrecht ; v.13
Language:
German
Subjects (All):
Legal composition.
Physical Description:
1 online resource (580 pages)
Edition:
1st ed.
Place of Publication:
Baden-Baden : Nomos Verlagsgesellschaft, 2020.
Summary:
Das Buch unternimmt den Versuch, ein in sich stimmiges System der Verteilung von Irrtumsrisiken im geltenden ius contra bellum zu entwerfen. Anhand einer systematischen Analyse der volkerrechtlichen Rechtsquellen wird untersucht, wie sich Fehlvorstellungen von Staaten uber die tatsachlichen Voraussetzungen friedenssicherungsrechtlicher Erlaubnissatze zum Einsatz von Gewalt auf die Charta-Konformitat ihres Handelns auswirken. Betrachtet werden insbesondere Irrtumer bei Selbstverteidigung und bei Massnahmen des UN-Sicherheitsrates. Dabei werden auch rechtsvergleichende Erkenntnisse aus dem nationalen Straf- und Gefahrenabwehrrecht fruchtbar gemacht. Das Buch richtet sich besonders an volkerrechtlich und rechtsvergleichend interessierte Leser.
Contents:
Cover
Einleitung
TEIL 1 Grundlagen
1. Kapitel: Begriffe und Prämissen
I. Ausnahmen von Art. 2 (4) UNC
1. Anerkannte Ausnahmen: Art. 42 und 51 UNC
a) Die Existenz materiell-rechtlicher Grenzen in Art. 39 UNC
b) Negativer oder positiver Friedensbegriff
c) Anforderungen an das Störerverhalten
2. Antizipiertes Selbstverteidigungsrecht
3. (Unilaterale) humanitäre Intervention
4. Rettung von Staatsangehörigen
II. Der Begriff des Irrtumsrisikos
1. Irrtum
2. Fehlverdacht
3. Fehlprognose
4. Terminologisches
III. Herausbildung der relevanten Konstellationen
1. Faktoren bei unilateralen Gewaltanwendungen
a) Vermeidbarkeit des Irrtums
b) Hinreichende Wahrscheinlichkeit beim Fehlverdacht
c) Mitzuständigkeit des Opferstaates für die Fehlvorstellung
d) Die Fehlvorstellung über innere Tatsachen - ein Sonderfall?
e) Schlussfolgerung: Die zu untersuchenden Konstellationen
2. Faktoren bei Gewaltanwendungen im kollektiven Sicherheitssystem
IV. Bedeutung und Tragweite der Fragestellung
1. Unilaterale Gewaltanwendungen
a) Selbstverteidigungsrecht des Opferstaates
b) Beteiligung von Drittstaaten
c) Staatenverantwortlichkeit
2. Gewaltanwendungen im kollektiven Sicherheitssystem
2. Kapitel: Fehlvorstellungen in anderen Völkerrechtsgebieten
I. Fehlvorstellungen im ius in bello
II. Fehlvorstellungen im Recht der Menschenrechte
III. Fehlvorstellungen im Recht der Staatenverantwortlichkeit
IV. Fehlvorstellungen im Umwelt- und Gesundheitsvölkerrecht
V. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
3. Kapitel: Eine methodische Besonderheit: Analogien zum Straf- und Polizeirecht
I. Ausgangspunkt: Das Verhältnis des nationalen Rechts zum Völkerrecht
II. Die vergleichende Methode im Völkerrecht
1. Berücksichtigung nationalen Rechts als allgemeinen Rechtsgrundsatz.
2. Berücksichtigung bei der Entstehung von Völkergewohnheitsrecht
3. Berücksichtigung als normatives Auslegungskriterium der UNC
4. Die Analogie als eigene Rechtsquelle
4. Kapitel: Amts- und Notrechte im nationalen und im Friedenssicherungsrecht
I. Grundlagen der Unterscheidung im nationalen Recht
II. Relevanz für Fehlvorstellungen
III. Die kollektive Gewaltbefugnis als völkerrechtliches Amtsrecht
IV. Unilaterale Gewaltbefugnisse als völkerrechtliche Notrechte
1. Das Selbstverteidigungsrecht, Art. 51 UNC
a) Der Einwand der fehlenden gemeinsamen normativen Grundlage
b) Der Einwand der Unvergleichbarkeit mit strafrechtlichen Erlaubnissätzen
c) Der Einwand der Besonderheiten des ius contra bellum
2. Die humanitäre Intervention
3. Die Rettung eigener Staatsangehöriger
TEIL 2 Die grundsätzliche Berücksichtigungsfähigkeit von Fehlvorstellungen bei unilateraler Gewalt
5. Kapitel: Der Meinungsstand in der Literatur
I. Ex-post-Beurteilung
II. Objektive ex-ante-Beurteilung
III. Vollständig subjektive Beurteilung
6. Kapitel: Das Verhältnis von Charta- und Gewohnheitsrecht
I. Die Relevanz des vor 1945 geltenden Gewohnheitsrechts
II. Die Frage der Fortgeltung nach Inkrafttreten der Charta
1. Vorrang der Charta bei Unvereinbarkeit mit früherem Gewohnheitsrecht
2. Unvereinbarkeit der Charta mit früherem Gewohnheitsrecht
a) Verdrängung anderer Erlaubnissätze als das Selbstverteidigungsrecht
b) Fortbestand einiger Formen des individuellen Selbstverteidigungsrechts
III. Die Veränderung der Rechtslage durch spätere Praxis
1. Einfluss der späteren Praxis auf das speziellere Chartarecht
2. Einfluss der späteren Praxis auf das chartakonkretisierende Gewohnheitsrecht
3. Gewichtungsregeln
7. Kapitel: Staatenpraxis
I. Zur Auswahl und Bewertung der Staatenpraxis.
II. Staatenpraxis vor 1945
1. Vorfälle auf See
a) Der Marianna-Flora-Vorfall (1826)
b) Der Dogger-Bank-Vorfall (1904)
c) Die Durchsuchungen der Jessie, Thomas F. Bayard und Pescawha (1909)
2. Vorfälle an Land
a) Der Waima-Vorfall (1893)
b) Der Maziua-Vorfall (1914)
c) Der Kling-Vorfall (1921)
d) Der griechisch-bulgarische Grenzzwischenfall (1925)
e) Der Mukden-Vorfall (1931)
3. Völkerrechtliche Verträge
4. Zwischenergebnis
III. Staatenpraxis nach 1945
1. Fehlvorstellungen bei umfangreichen Gewalteinsätzen
a) Der Sechstagekrieg (1967)
b) Der israelische Luftangriff auf den Osirak-Reaktor (1981)
c) Der Irakkrieg (2003)
d) Zwischenergebnis
2. Fehlvorstellungen bei geringfügigen Gewaltanwendungen
a) Prämissen für den Auslegungswert geringfügiger Gewaltanwendungen
aa) Geringfügige Gewaltanwendungen und Art. 2 (4) UNC
(1) Enthält Art. 2 (4) UNC eine allgemeine Erheblichkeitsschwelle?
(2) Abgrenzung von Gewalt und Polizeimaßnahmen
(3) Zwischenergebnis
bb) Geringfügige Gewaltanwendungen und Art. 51 UNC
b) Putativangriffe von Flugzeugen
aa) Abschuss von Cathay Pacific VR-HEU durch China (1954)
bb) Abschuss von El Al Flight 402 durch Bulgarien (1955)
cc) Abschuss von Libyan Arab Airlines Flight 114 durch Israel (1973)
dd) Abschuss von Korean Air Lines Flight 902 durch die Sowjetunion (1978)
ee) Abschuss von Korean Air Lines Flight 007 durch die Sowjetunion (1983)
ff) Abschuss von Iran Air Flight 655 durch die USA (1988)
gg) Abschuss von Malaysia Airlines Flight 17 über der Ukraine (2014)
hh) Abschuss von Ukraine International Airline Flight 752 durch den Iran (2020)
c) Putativangriffe von Schiffen
aa) Der Golf-von-Tonkin-Vorfall (1964)
bb) Der Angriff auf die USS Liberty (1967)
cc) Der Angriff auf die USS Stark (1987).
dd) Maritime Interception Operations
d) Gewaltanwendungen in der US-Iran-Krise 2019
e) Zwischenergebnis
3. Fehlvorstellungen bei der Abwehr von Terrorismus
a) Der Angriff auf die sudanesische Pharmafabrik Al-Schifa (1998)
b) Weitere Fälle vermuteter Verantwortlichkeit für ein Attentat
c) Das Abfangen eines libyschen Flugzeugs mit syrischen Offiziellen (1986)
4. Fehlvorstellungen bei Cyberangriffen
5. Abstrakte Äußerungen zu antizipierter Selbstverteidigung nach 9/11
a) Nationale Sicherheitsstrategien
b) Jüngere Stellungnahmen der USA, Großbritanniens und Australiens
6. Fehlvorstellungen bei der Rettung von Staatsangehörigen
a) Der Mayaguez-Vorfall (1975)
b) Die Operation Entebbe (1976)
c) Zwischenergebnis
7. Fehlvorstellungen bei der humanitären Intervention
8. Ergebnis zur Staatenpraxis
8. Kapitel: Fehlvorstellungen bei strafrechtlichen Notrechten
I. Die einzelnen Rechtsordnungen im Vergleich
1. Deutschland
2. Frankreich
3. USA
4. Vereinigtes Königreich
5. China
6. Russland
7. Völkerstrafrecht
8. Zwischenergebnis
II. Schlussfolgerungen für die Fragestellung
9. Kapitel: Lösungsansätze nach textorientierter Auslegung unter Berücksichtigung der IGH-Rechtsprechung und vorheriger Erkenntnisse
I. Volle Rechtfertigungslösung
1. Selbstverteidigung, Art. 51 UNC
a) Wortlaut
b) Systematik
c) Telos
d) Genetik
e) IGH-Rechtsprechung
f) Zwischenergebnis
2. Rettung von Staatsangehörigen
3. Humanitäre Intervention
II. Entschuldigungslösung
1. Bedeutung
2. Wortlaut, Systematik und Telos
III. Eingeschränkte Rechtfertigungslösung
1. Animus aggressionis beim Aggressionsverbot
2. Handlungsunrecht beim bewaffneten Angriff
3. Das subjektive Element bezüglich des "Tatbestands" des Gewaltverbots.
a) Das Gewaltverbot als Verhaltensnorm: Auslegung und Konsequenz
b) Weitere Indizien für ein Handlungsunrechtserfordernis
c) Art des verlangten Handlungsunrechts: Vorsatz oder Sorgfaltswidrigkeit?
4. Das subjektive Element bezüglich des Fehlens rechtfertigender Umstände
5. Der Sonderfall des hinreichend wahrscheinlichen Fehlverdachts
IV. Clean-Hands-Lösung
1. Geltung des Clean-Hands-Prinzips
2. Inhalt und Anwendung des Clean-Hands-Prinzips auf Fehlvorstellungen
V. Gesamtauslegungsergebnis
TEIL 3 Die nähere Ausgestaltung der Berücksichtigung von Fehlvorstellungen bei unilateraler Gewalt
10. Kapitel: Anforderungen an sorgfaltsgemäßes Handeln
I. Sorgfältige Ermittlung der Indizien
1. Die Pflicht zur Sachverhaltsaufklärung
2. Auswahl und Arten berücksichtigungsfähiger Indizien
II. Sorgfältige Indizienwürdigung
1. Grundlagen
2. Die Rationalität der staatlichen Überzeugungsbildung als Mindestanforderung
3. Abgrenzung von Erfahrungssätzen und Vorurteilen
III. Überschreitung der hinreichenden Wahrscheinlichkeitsschwelle
IV. Reichweite der Subjektivierung bei Indizienermittlung und -würdigung
11. Kapitel: Die Kontrolle der staatlichen Entscheidung
I. Beweis der Indizien
1. Beweislast
2. Beweismaß
II. Nachprüfung der Indizienwürdigung
III. Pflicht zur Offenlegung der Indizien und Geheimhaltungsinteressen
12. Kapitel: Relevanter Personenkreis
I. Grundlagen zur Wissens- und Verschuldenszurechnung
II. Die Relevanz des Entscheidungsträgers und weiterer Staatsorgane
III. Abgrenzung zwischen Entscheidungsträgern und anderen Organen
IV. Entscheidungen durch staatliche Kollektivorgane
V. Zwischenergebnis: Präzisierungen zum unilateralen Irrtumsrisiko
TEIL 4 Fehlvorstellungen im kollektiven Sicherheitssystem
13. Kapitel: Der Meinungsstand in der Literatur.
14. Kapitel: Praxis der Staaten und UN-Organe.
Notes:
Description based on publisher supplied metadata and other sources.
ISBN:
3-7489-2254-X
OCLC:
1224366010

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