My Account Log in

1 option

Demokratische Sprache zwischen Tradition und Neuanfang : am Beispiel des Grundrechte-Diskurses 1948-49 / Jorg Kilian.

DGBA Linguistics and Semiotics 1990 - 1999 Available online

View online
Format:
Book
Author/Creator:
Kilian, Jorg.
Series:
Reihe Germanistische Linguistik
Reihe Germanistische Linguistik, 0344-6778 ; 186
Reihe Germanistische Linguistik , 0344-6778 ; 186
Language:
German
Subjects (All):
German language--Political aspects.
German language.
German language--Government jargon.
German language--20th century.
Germany--Politics and government--1945-1990.
Germany.
Physical Description:
1 online resource (420 p.)
Edition:
Reprint 2010
Place of Publication:
Tubingen : Niemeyer, 1997.
Language Note:
German
Summary:
Sprache, Politik und Geschichte werden im Rahmen einer pragmatischen Sprachgeschichtsschreibung zusammengeführt, um die Anfänge der politischen Gegenwartssprache vor dem historisch-politischen Hintergrund der Demokratiegründung im Parlamentarischen Rat zu beschreiben und zu interpretieren. Dies erfolgt einmal auf der kommunikativ-pragmatischen Ebene mit ihren politischen Dialogsorten, Textsorten und Sprechakttypen und sodann auf der lexikalisch-semantischen Ebene mit politischem Wortschatz und Wortgebrauch. Die empirische Erkundung des sprachgeschichtlichen Ortes der politischen Gegenwartssprache beruht auf der Grundlage eines breit angelegten Korpus, bestehend aus Quellen zur Verfassunggebung im Parlamentarischen Rat 1948/49 und Vergleichsmaterial aus der Paulskirche und der Weimarer Nationalversammlung sowie aus der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Sprach-, Politik- und Geschichtswissenschaft, wobei jedoch die Schwerpunktsetzung durch das sprachgeschichtliche Erkenntnisinteresse erfolgt. Im kommunikativ-pragmatischen Teil der Untersuchung werden die den Grundrechte-Diskurs im Parlamentarischen Rat tragenden fünf Dialogsorten als Indikatoren demokratischer Sprache historisch-synchronisch und historisch-diachronisch beschrieben: Debatte und Diskussion, Aussprache, Beratung und interfraktionelle Besprechung repräsentieren die kommunikativ-pragmatische Semantik des nach der Nazi-Diktatur erneuerten 'Demokratie'-Begriffs in dialogischer Form. Die Untersuchung der diese Dialogsorten konstituierenden Normen macht in den diachronischen Längsschnitten Veränderungen der normativen Bestimmung dieser Sprachhandlungsmuster deutlich, doch hat es einen grundlegenden Wandel im Sinne einer ideologiesprachlichen Veränderung des Kommunikationsprofils nach 1945 nicht gegeben. Die politische Kommunikation früherer Epochen sowie demokratie- und parlamentarismustheoretische Ansätze berücksichtigend, muß hier vielmehr eine sprachgeschichtliche Tradition festgestellt werden. Der politische Wortschatz wird 1948/49 im Rahmen der erneuerten Demokratie idealnormativ auf parlamentarisch-demokratische Traditionen, dabei allerdings auf eine offene Semantik innerhalb eines nicht-kontroversen Rahmens verpflichtet. Die Wiederaufnahme dieses Wortschatzes wie auch die geforderte offene Semantik erweisen sich als Antwort auf die nationalsozialistische Sprache; der durch den Begriff der 'kämpferischen Demokratie' gezogene nicht-kontroverse Sektor hingegen erweist sich als sprachnormative Antwort auf die ideologiesprachliche semantische Beliebtheit der Weimarer Republik. Die historisch-diachronischen Studien zu Demokratie und Menschenwürde, zu Recht, Freiheit und Gleichheit können zeigen, daß die Wortgeschichten 1933 zwar nicht abbrachen, 1948/49 im Zuge der Erarbeitung des Grundrechte-Textes für das Grundgesetz jedoch tiefgreifende Veränderungen auf der Ebene der Sprachnormen erfahren, die es gestatten, hier von einem Neuanfang zu sprechen.
Contents:
Frontmatter
1. Einleitung
2. Politikgeschichte nach 1945: Nachkriegswortschatz als "Metapher für die Geschichte" im Umfeld des Grundrechte-Diskurses
3. Sprachgeschichte nach 1945: Theoretische Grundlagen und methodische Überlegungen
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.1. Vom Reden und Handeln: Einstellungen zur politischen Kommunikation nach 1945
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.2. Idealnormen; Politische Kommunikation im Spiegel des demokratischen Anspruchs
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine kommunikativ-pragmatische Entstehungsgeschichte
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine kommunikativ-pragmatische Entstehungsgeschichte. 4.3.1. "Die Frage ist nicht ausdiskutiert" - Formen und Funktionen des Dialogs im Prozeß der demokratischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine kommunikativ-pragmatische Entstehungsgeschichte. 4.3.2. Politische Kommunikation und demokratische Streitkultur
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine kommunikativ-pragmatische Entstehungsgeschichte. 4.3.3. Sprachschichten zwischen Institution und Öffentlichkeit: Politikvermittlung und öffentliche (Sprach)kritik
4. Demokratie und politische Kommunikation. 4.4. Kommunikativ-pragmatische Sprachnormen nach 1945: Kontinuität und Wandel
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.1. "Begriffsverwirrung": Einstellungen zum politischen Wortschatz und Wortgebrauch nach 1945
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.2. Idealnormen: Politischer Wortschatz und Wortgebrauch im Spiegel des demokratischen Anspruchs
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine lexikalisch-semantische Entstehungsgeschichte.
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine lexikalisch-semantische Entstehungsgeschichte. 5.3.1. "Was heißt denn eigentlich [...] 'demokratisch'?" - Semantischer Pluralismus und demokratische Bedeutungsfindung
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine lexikalisch-semantische Entstehungsgeschichte. 5.3.2. Zwischen Laisser-faire und ideologischer Sprachlenkung: Lexikalisch-semantische Vergangenheitsbearbeitung, Gegenwartskonstitution und Zukunftsentwürfe
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.3. Von den Frankfurter Dokumenten bis zum Grundrechte-Text: Eine lexikalisch-semantische Entstehungsgeschichte. 5.3.3. Sprachschichten: Demokratischer Wortschatz zwischen Politik, Recht und Alltag
5. Demokratie und politischer Wortschatz. 5.4. Lexikalisch-semantische Sprachnormen nach 1945: Kontinuität und Wandel
6. Rückblick und Ausblick: Demokratische Sprache nach 1945
7. Quellen und Literatur
8. Register
Notes:
Description based upon print version of record.
Includes bibliographical references (p. [390]-407) and index.
Description based on online resource; title from PDF title page (publisher's Web site, viewed 08. Jul 2019)
ISBN:
9783110940855
311094085X
OCLC:
850187415

The Penn Libraries is committed to describing library materials using current, accurate, and responsible language. If you discover outdated or inaccurate language, please fill out this feedback form to report it and suggest alternative language.

Find

Home Release notes

My Account

Shelf Request an item Bookmarks Fines and fees Settings

Guides

Using the Find catalog Using Articles+ Using your account