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Rechtsschutz der Aktionäre der Zielgesellschaft Bei Unterlassenem Pflichtangebot Nach § 35 WpÜG : Unionsrechtliche Vorgaben Zur Subjektivierung der Pflichtangebotsregelung.
- Format:
- Book
- Author/Creator:
- Huchel, Maximilian.
- Language:
- German
- Physical Description:
- 1 online resource (236 pages)
- Edition:
- 1st ed.
- Place of Publication:
- Berlin : Duncker & Humblot, 2025.
- Summary:
- Nach h. M. haben Aktionäre bei unterlassenem Pflichtangebot nach 35 WpÜG mangels individualschützenden Zwecks des WpÜG keinerlei Rechtsschutzmöglichkeiten. Das WpÜG dient aber der Umsetzung der Übernahme-RL und ist anhand der EuGH-Judikatur, nach welcher Unionsbürger zur Rechtsdurchsetzung mobilisiert werden sollen (funktionale Subjektivierung), auszulegen. Ergebnis der Arbeit ist daher in Abweichung von der h. M., dass eine Subjektivierung der Pflichtangebotsregel unionsrechtlich geboten ist.
- Contents:
- Intro
- Vorwort
- Inhaltsübersicht
- Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Einleitung
- A. Frischer Wind im Übernahmerecht!
- B. Gang der Untersuchung
- Kapitel 1: Grundlagen unionsrechtlicher Individualberechtigung
- A. Individualberechtigung als autonome Figur des Unionsrechts
- I. Unterschiedliches Verständnis in den Mitgliedstaaten
- 1. Der remedy-Ansatz im common law-Rechtskreis
- 2. Der Antagonismus zwischen materiellem und prozessualem Recht in den kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen
- a) Entwicklung des Rechtsdenkens bis zum 19. Jahrhundert
- b) Differenzierte Entwicklung der Individualberechtigung ab dem 19. Jahrhundert
- aa) Das Anspruchsdenken des deutschen Rechtskreises
- bb) Interferenzen zwischen materiellem und prozessualem Anspruchsdenken in romanischen Rechtskreisen
- 3. Annäherungstendenzen zwischen civil law und common law
- a) Entwicklungen in England
- b) Überindividuelle Klagebefugnisse ohne materielle Rechte in Kontinentaleuropa
- II. Trennung zwischen objektiven Normen und individueller Berechtigung im Unionsrecht
- III. Abgrenzung zur unmittelbaren Wirkung des Unionsrechts
- 1. Deskriptive Begründung der Abgrenzung
- a) Etablierung der unmittelbaren Wirkung für das Primärrecht
- b) Etablierung der unmittelbaren Wirkung für das Sekundärrecht
- aa) Unmittelbare Wirkung von Richtlinien - Rs. van Duyn
- bb) Dogmatische Nuancierung der Richtliniendogmatik in der Rs. Ratti
- cc) Unmittelbare Wirkung von Verordnungen
- c) Existenz individueller Rechte im nicht unmittelbar wirkenden Unionsrecht
- 2. Normative Begründung der Abgrenzung
- IV. Konsistenz mit der Großkrotzenburg-Judikatur? - Keine Popularklage!
- V. Zwischenergebnis
- B. Die theoretische Formation unionsrechtlicher Individualberechtigung
- I. Ausgangspunkt: Prinzip der mitgliedstaatlichen Rechtsdurchsetzungsautonomie.
- II. Prinzip der einheitlichen Wirksamkeit als Schranke der mitgliedstaatlichen Rechtsdurchsetzungsautonomie
- 1. Grundlagen der Auflösung von Normenkonflikten
- a) Differenzierung zwischen Rechtsregeln und Rechtsprinzipien
- b) Kritik
- c) Stellungnahme
- d) Zwischenergebnis
- 2. Begriff der einheitlichen Wirksamkeit
- 3. Rechtsnatur der einheitlichen Wirksamkeit
- a) Einheitliche Wirksamkeit als Interpretationskriterium?
- b) Stellungnahme
- 4. Operationalisierbare Subprinzipien
- a) Subprinzip der einheitlichen Anwendung
- aa) Normativer Prinzipiengehalt
- bb) Abwägungsfähigkeit des Subprinzips der einheitlichen Anwendung
- cc) Abwägungsresistenter Prinzipienkern der einheitlichen Anwendung: Äquivalenzformel
- b) Subprinzip der praktischen Wirksamkeit
- bb) Abwägungsfähigkeit des Subprinzips der praktischen Wirksamkeit
- cc) Abwägungsresistenter Prinzipienkern der praktischen Wirksamkeit: Effektivitätsformel
- dd) Zwischenergebnis
- c) Subprinzip der funktionalen Subjektivierung
- aa) Kontrolle als notwendige Voraussetzung der einheitlichen Anwendung: „Ob" der Subjektivierung
- (1) Erforderlichkeit funktionaler Subjektivierung infolge des Bedeutungswandels des Vorabentscheidungsverfahrens
- (a) Ziel der europäischen Einigung: Frieden durch Supranationalität
- (b) Zentralisierte Durchsetzung des Gemeinschaftsrechts als Folge konkreter Zielbestimmung im EGKS-Vertrag
- (c) Dezentralisierter Vollzug des Gemeinschaftsrechts in der EWG als Folge der Zielerweiterung
- (2) Grundlegung in der Rs. van Gend &
- Loos - fehlende Subjektivierung als strukturelles Defizit einheitlicher Anwendung
- (3) Einordnung in den prinzipientheoretischen Ansatz der Untersuchung
- (4) Differenzierung zwischen „Ob" und „Wie" der Subjektivierung in der jüngeren EuGH-Rechtsprechung.
- (a) Rechtssache Euromin Holdings (Cyprus)
- (b) Rechtssache JP
- (5) Zwischenergebnis
- bb) Feinsteuerung zielkonformer Durchsetzung: „Wie" der Subjektivierung
- (1) Grundgedanke: Subjektivierung zur Nivellierung typischer Schwächen des public enforcement
- (a) Typische Schwächen des public enforcement
- (b) Vorteile des private enforcement in bestimmten Regelungskontexten
- (2) Einordnung in den prinzipientheoretischen Ansatz der Untersuchung: stufenweise Rechtfertigung inhaltlicher Konkretisierungen der Subjektivierung
- (3) Konkretisierungsstufen der Subjektivierung in der EuGH-Judikatur
- (a) Durchsetzung des EU-Lauterkeitsrechts - Erforderlichkeit eines private enforcement in der Rs. Muñoz
- (b) Durchsetzung des EU-Kartellrechts - Erfordernis eines private enforcement in Gestalt eines Schadensersatzanspruchs in der Rs. Courage
- (c) EuGH-Judikatur zur Durchsetzung von Richtlinienumsetzungsrecht - Bestätigung des prinzipientheoretischen Ansatzes
- (4) Zwischenergebnis
- cc) Abwägungsstruktur einer funktionalen Subjektivierung
- (1) Erforderlichkeit einer Subjektivierung infolge des Subprinzips der einheitlichen Anwendung
- (2) Erforderlichkeit einer Subjektivierung infolge des Subprinzips der praktischen Wirksamkeit
- III. Rezeption des Abwägungsresultats im mitgliedstaatlichen Recht
- 1. Unionsrechtskonforme Transformation bzw. Auslegung des mitgliedstaatlichen Rechts
- 2. Unmittelbare Wirkung des Prinzips der einheitlichen Wirksamkeit?
- IV. Kritik an der Einhegung der mitgliedstaatlichen Rechtsdurchsetzungsautonomie durch den EuGH
- C. Zwischenfazit und weitere Untersuchung
- Kapitel 2: Die Pflichtangebotsregelung in der Übernahmerichtlinie
- A. Entwicklung eines europäischen Übernahmerechts
- I. Erste Harmonisierungsbestrebungen seit Mitte der 70er Jahre
- II. Richtlinienentwürfe aus den Jahren 1989/90.
- III. Das (erneute) Scheitern der europäischen Übernahmerichtlinie im Jahr 2001
- IV. Erfolgreicher Vorstoß im Jahr 2002
- B. Wesentlicher Inhalt der Übernahmerichtlinie und Bedeutung des Pflichtangebots
- I. Anwendungsbereich
- II. Das Übernahmeverfahren
- 1. Die Angebotsbekanntmachung
- 2. Obligatorischer Inhalt der Angebotsunterlage
- 3. Annahmefrist
- 4. Die Abwehrmaßnahmen
- a) Transparenzpflichten
- b) Durchbrechungsregeln
- c) Das zweistufige Optionsmodell
- III. Das Pflichtangebot - Herzstück der Übernahmerichtlinie
- 1. Voraussetzungen
- 2. Ökonomischer Hintergrund: Interessenkonflikt bei Kontrollerwerb
- 3. Angemessener Preis
- Kapitel 3: Die Pflichtangebotsregelung im WpÜG und Rechtschutz der Aktionäre bei unterlassenem Pflichtangebot
- A. Die Umsetzung des Pflichtangebots im WpÜG
- I. Gesetzgeberische Intention der Pflichtangebotsregelung
- II. Ablauf des Pflichtangebotsverfahrens unter Aufsicht der BaFin
- 1. Die Veröffentlichung des Kontrollerwerbs nach 35 Abs. 1 WpÜG
- a) Begriff der Zielgesellschaft
- b) Tatbestand des Kontrollerwerbs
- 2. Pflichtangebot nach 35 Abs. 2 WpÜG
- B. Durchsetzungs- und Sanktionierungsvorschriften
- I. Erzwingung des Pflichtangebots durch die BaFin
- II. Sanktionen
- 1. Bußgeldverhängung
- 2. Sonstige Rechtsfolgen
- C. Gerichtlicher Rechtsschutz der Aktionäre auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts
- I. Grundlagen des übernahmerechtlichen Rechtsschutzsystems
- 1. Widerspruchsverfahren
- 2. Beschwerdeverfahren
- II. Subjektiv-öffentliches Recht der Aktionäre in den 35ff. WpÜG?
- 1. Das subjektiv-öffentliche Recht in der deutschen Rechtstheorie
- a) Begriff des subjektiv-öffentlichen Rechts
- b) Methode zur Ermittlung subjektiv-öffentlicher Rechte: Schutznormtheorie.
- 2. Keine subjektiv-öffentlichen Rechte der Aktionäre im Hinblick auf das Pflichtangebot aufgrund 4 Abs. 2 WpÜG
- a) Begründungsansatz der herrschenden Meinung
- b) Diskussion über die verfassungsrechtliche Zulässigkeit des Ausschlusses subjektiv-öffentlicher Rechte der Aktionäre nach 4 Abs. 2 WpÜG
- c) Diskussion über die unionsrechtliche Zulässigkeit des Ausschlusses subjektiv-öffentlicher Rechte der Aktionäre nach 4 Abs. 2 WpÜG
- III. Öffentlich-rechtliches „Klagerecht" der Aktionäre im gerichtlichen Beschwerdeverfahren nach den 48ff. WpÜG?
- 1. Keine Formalisierung der Rechtsmittelberechtigung bei der Verpflichtungsbeschwerde
- 2. Abweichende Anforderungen in der Anfechtungssituation?
- a) Erzwingbarkeit der Beteiligtenstellung durch die Aktionäre?
- aa) Keine Beteiligung der Aktionäre nach 13 Abs. 1 Nr. 2 VwVfG
- bb) Keine Beteiligung nach 13 Abs. 1 Nr. 1 VwVfG als Antragsteller
- cc) Keine Beteiligung nach 13 Abs. 1 Nr. 1 VwVfG als Antragsgegner
- dd) Keine Beteiligung aufgrund notwendiger Hinzuziehung nach 13 Abs. 1 Nr. 4 i.V.m. 13 Abs. 2 S. 2 VwVfG
- (1) Kein Anspruch der Aktionäre auf Beteiligung im Verfahren der BaFin zur Entscheidung über die Nichtberücksichtigung von Stimmrechten nach 20, 36 WpÜG
- (2) Kein Anspruch auf Hinzuziehung bei Entscheidung der BaFin über die Befreiung von der Angebotspflicht nach 37 Abs. 1 WpÜG
- (3) Kein Anspruch auf Hinzuziehung bei Entscheidung der BaFin über die Untersagung des Angebots nach 15 WpÜG
- (4) Kein Anspruch auf Hinzuziehung bei Entscheidung der BaFin über die Gestattung der Angebotsunterlage nach 14 Abs. 2 WpÜG
- ee) Denkbare Erzwingung der Beteiligung nach 13 Abs. 1 Nr. 1 Alt. 1 VwVfG infolge Einlegung eines (offensichtlich erfolglosen) Widerspruchs nach 41 WpÜG.
- b) H.M.: Behauptung eines subjektiv-öffentlichen Rechts analog 42 Abs. 2 VwGO als ungeschriebene (weitere) Sachentscheidungsvoraussetzung der Anfechtungsbeschwerde nach 48 WpÜG.
- Notes:
- Description based on publisher supplied metadata and other sources.
- ISBN:
- 3-428-59458-4
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