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Ästhetiken der Tyrannis Figurationen der Gewaltherrschaft vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart Till Nitschmann

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Format:
Book
Author/Creator:
Nitschmann, Till, Author.
Language:
German
Subjects (All):
Tyrann.
Ästhetik.
Literatur.
Ästhetiktheorie.
Kulturtheorie.
Staatstheorie.
Männlichkeit.
Künstlerfiguren.
Haustyrannen.
Tyrannenmord.
tyrant.
aesthetics.
literature.
aesthetics theory.
cultural theory.
state theory.
masculinity.
artist figures.
domestic tyrants.
tyrannicide.
Local Subjects:
Tyrann.
Ästhetik.
Literatur.
Ästhetiktheorie.
Kulturtheorie.
Staatstheorie.
Männlichkeit.
Künstlerfiguren.
Haustyrannen.
Tyrannenmord.
tyrant.
aesthetics.
literature.
aesthetics theory.
cultural theory.
state theory.
masculinity.
artist figures.
domestic tyrants.
tyrannicide.
Physical Description:
1 online resource (919 pages)
Edition:
1st ed.
Place of Publication:
Paderborn Brill | Fink 2025
Biography/History:
Till Nitschmann ist nach seiner Habilitation 2023 Privatdozent an der Leibniz Universität Hannover. Promoviert wurde er 2014 mit einer Dissertation zu dem Thema "Theater der Versehrten. Kunstfiguren zwischen Deformation und Destruktion in Theatertexten des 20. und frühen 21. Jahrhunderts". Ab 2010 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter und von 2017 bis 2023 Akademischer Rat a. Z. am Deutschen Seminar der Leibniz Universität Hannover.
Summary:
Tyrannen stehen in Kulturen seit der Antike mit Gewalt, Herrschaft, Willkür und Hybris in Beziehung. Insbesondere ab dem 18. Jahrhundert treten sie in literarischen Texten zudem als narzisstische, gierige und manipulative Männerfiguren in Erscheinung, zeigen sich jedoch auch belehrend oder unbelehrbar und wirken monströs oder kreatürlich. Tyrannenfiguren und die interdependente Gewaltherrschaft der Tyrannis sind politisch und ästhetisch konstruiert. Die interdisziplinäre Studie verschränkt ästhetische Theorien mit der Analyse von politischen Imaginationen der Tyrannis in literarischen Texten und einem Filmbeispiel. Staatstheoretische Erörterungen (Aristoteles, Machiavelli, Hobbes, Arendt), die Reflexion tyrannischer Männlichkeiten (Theweleit, Connell, Bourdieu), die Kulturtheorien von Freud, Benjamin, Elias und Foucault sowie die Ästhetiktheorien von Baumgarten, Schopenhauer, Rosenkranz und Nietzsche bilden die Grundlage für die Untersuchung der Tyrannisfigurationen. Ästhetiken der Tyrannis werden nach einem Rückblick auf Dante in Texten von Gellert, Wieland, Schiller, Bettina von Arnim, George, Thomas und Heinrich Mann, Ebner-Eschenbach, Kafka, Bronnen, Camus und Süskind sowie in Millers Film MAD MAX: FURY ROAD analysiert. Hierbei stehen antike Tyrannen, Künstlertyrannen, Haustyrannen, Lehrertyrannen und dystopische Tyrannen im Fokus, verbunden mit den Themenbereichen Räume, Binnenkunstwerke, Theatralität und Spiel im Spiel sowie Morden und Tyrannenmord. Die Studie untersucht die seit dem 18. Jahrhundert besonders hervortretende Affinität von Kulturen und ihren Ästhetiken zur Gewaltherrschaft und beinhaltet zugleich eine kritische Reflexion der Tyrannis.
Contents:
Front Cover
Half Title
Title Page
Copyright Page
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
I. Kulturelle und ästhetische Grundlagen
Kapitel 1. ‚Tyrann' und ‚Tyrannis': Semantik, Historiographie, Staatstheorie
1.1 Spezifik und Offenheit des Wortfeldes
1.2 Der antike Tyrann: Historiographische Inszenierungen (Berve, Quidde)
1.3 Staatstheorie (Aristoteles, Machiavelli, Hobbes, Arendt)
Kapitel 2. Sigmund Freud: Vom Mythos des tyrannischen ‚Urvaters' über Narzißmus und Sadismus zum (Kultur-)Über-Ich als internalisierte Tyrannei der Kultur
2.1 Das Tyrannische bei Freud
2.2 Freuds narratives Konstrukt des tyrannischen ‚Urvaters'
2.3 Narzißmus
2.4 Sadismus
2.5 Das (Kultur-)Über-Ich als internalisierter Gesellschaftstyrann und Erbe des ‚Urvaters'
Kapitel 3. Tyrannische Männlichkeiten: Reflexionen und Dekonstruktionen der Men's Studies
3.1 Hegemonie und potenzielle Veränderbarkeit (Connell)
3.2 Der Tyrann als Konstrukt übersteigerter Männlichkeit (Kantorowicz, Theweleit)
3.3 Männliche Gewaltherrschaft und tyrannisierter Mann (Bourdieu)
3.4 Patriarchal-autoritäre Väter und Haustyrannen (Frankfurter Schule)
Kapitel 4. Walter Benjamin: Tyrannischer Ausnahmezustand und märtyrerhafte Kreatürlichkeit. Der Ursprung des deutschen Trauerspiels (1928) als geschichtsphilosophische Untersuchung einer epochen- und gattungsspezifischen Ästhetik der Tyrannis
Kapitel 5. Norbert Elias: Die Tyrannis als interdependente Figuration
Kapitel 6. Michel Foucault: Die Tyrannis als monströse Heterotopie
Kapitel 7. Ästhetiktheoretische Grundlagen der Tyrannis: Von Alexander Gottlieb Baumgarten über Arthur Schopenhauer und Karl Rosenkranz zu Friedrich Nietzsche
7.1 Alexander Gottlieb Baumgartens Aesthetica (1750/58): Der felix aestheticus als Anti-Tyrann
7.1.1 Einstieg.
7.1.2 Zur Baumgarten'schen Ästhetik
7.1.3 felix aestheticus versus Tyrann
7.1.4 Zentrale Begrifflichkeiten der Aesthetica und ihre Bezüge zur Tyrannis
7.2 Arthur Schopenhauers Die Welt als Wille und Vorstellung (1819/44): Der Tyrann als Manifestation des Willens und seine Gegenkonzepte des Genies und des Weltüberwinders
7.2.1 Grundannahmen
7.2.2 Primat des tyrannischen Willens und nachgeordneter Intellekt
7.2.3 Der Tyrann
7.2.4 Das Genie und der Weltüberwinder
7.2.5 Ästhetik als kontemplative Willensverneinung und Ausweg aus dem Leiden: Schopenhauer und die Künste
7.3 Karl Rosenkranz' Ästhetik des Häßlichen (1853): Der Tyrann als Karikatur
7.3.1 Voraussetzungen und Grundannahmen
7.3.2 Das Satanische
7.3.3 Das Böse
7.3.4 Zur Komik des Hässlichen und Bösen: Der Tyrann als Karikatur
7.4 Friedrich Nietzsche: Zum Übermenschen als Steigerung des philosophischen Künstler-Tyrannen und Überwinder aller Tyrannen
7.4.1 Im Hochgebirge
7.4.2 Nietzsche und die Ästhetikgeschichte: Baumgarten, Schopenhauer, Rosenkranz und Wagner
7.4.3 Nietzsches tyrannische Antike
7.4.4 Zertrümmerung der christlichen décadence
7.4.5 ‚Herren-Moral' und ‚Sklaven-Moral': Tyrannische Hierarchie als Grundvoraussetzung von Kultur
7.4.6 ‚Wille zur Macht' - Wille zur Ästhetik
7.4.7 ‚Philosophie ist dieser tyrannische Trieb selbst' - Nietzsches Philosophie der Tyrannis
7.4.8 Der Künstler-Tyrann als Steigerung des Philosophen: Nietzsches Kunstbegriff
7.4.9 Zum Übermenschen: Tyrann und Überwinder aller Tyrannen
7.4.10 Staatskritik und Fragmentarismus eines ästhetischen Staates
II. Analysekategorien
Vorbemerkungen zu den Analysekategorien
Kapitel 8. Merkmalskatalog
Kapitel 9. Tyrannische Figuren
9.1 Antike Tyrannen
9.2 Künstlertyrannen
9.3 Haustyrannen
9.4 Lehrertyrannen
9.5 Dystopische Tyrannen.
Kapitel 10. Themenbereiche der Tyrannis
10.1 Räume
10.2 Binnenkunstwerke
10.3 Theatralität und Spiel im Spiel
10.4 Morden und Tyrannenmord
III. Ästhetiken der Tyrannis
Kapitel 11. Im „Strom des Blutes": Zu den gepeinigten Tyrannen in Dante Alighieris Die Göttliche Komödie (1321)
Kapitel 12. Der Tyrann als unhinterfragter Lehrer: Die lyrische Inszenierung des Damokles-Stoffes bei Christian Fürchtegott Gellert (1746) - mit einem Ausblick auf Richard Westalls Gemälde Das Schwert des Damokles (1812)
Kapitel 13. Am Hof des unbelehrbaren Tyrannen Dionysius: Christoph Martin Wielands Geschichte des Agathon (1766/67)
13.1 Grundannahmen des Romans und Einfluss der tyrannischen Vaterfigur
13.2 Dions Politik und Platons Philosophie: Der erste Versuch der Tyrannenerziehung
13.3 Agathons Tugend: Der zweite Versuch der Tyrannenerziehung
13.4 Der Tyrannenhof des Dionysius als „Theater der Verstellung"
Kapitel 14. Herrschsüchtiges Künstlertum und metareflexive ästhetische Tyrannis: Friedrich Schillers Die Verschwörung des Fiesko zu Genua (1783)
14.1 Problematiken des Schiller'schen Tyrannendramas Fiesko
14.2 Fieskos tyrannische Karriere
14.3 Tod im Scharlach und Purpur
14.4 Metareflexive Ästhetik: Verkünstlichung, Schattenrisse, Statuen, Gemälde und morgendliches Stadtpanorama
14.5 Ein metareflexives Theater der Tyrannei
Kapitel 15. Antike Tyrannenfiguren in Friedrich Schillers Balladen: Der Ring des Polykrates (1798) und Die Bürgschaft (1799)
15.1 Vorbemerkung
15.2 Der Ring des Polykrates: Zum (Un-)Glück des Tyrannen
15.3 Die Bürgschaft: Das blutige Ende jenseits der Ideenballade
Kapitel 16. Politische Imaginationen des (Anti-)Tyrannischen: Bettina von Arnims Dies Buch gehört dem König (1843) und Gespräche mit Dämonen (1852)
16.1 Eine Tyrannenmörderin im Besitz der ‚Wahrheit'.
16.2 Mit dem ‚freien Geist' gegen das Tyrannische
16.3 Kirchen- und Religionskritik
16.4 Politische Pathologisierungen und Heilung des Verbrechers
16.5 Das Konstrukt des antityrannischen ‚Volkskönigs' und die Projektionsfigur des ‚neuen Napoleons'
16.6 Der Tyrannenaustreibung zweiter Band: Gespräche mit Dämonen
Kapitel 17. Ästhetischer Tyrann - tyrannische Ästhetik: Stefan Georges Algabal (1892)
17.1 Zur Poetologie der ästheti(zisti)schen Tyrannis
17.2 Grundlagen und Kontexte der Algabal-Dichtung
17.3 Algabal: Der universale Künstler
17.4 Artifizielle Herrschaftswelten
17.5 Inszenierungen von Mord und Tod
Kapitel 18. Hannos ‚Überbürdung': Zum tyrannischen Schulkapitel in Thomas Manns Buddenbrooks (1901)
18.1 Literarische Lehrer- und Haustyrannen
18.2 Der schulische ‚Überbürdungsdiskurs' um 1900
18.3 Hannos tyrannischer Schul(all)tag
18.4 Hygiene und Disziplin: Der tyrannische Schulraum
Kapitel 19. Schulischer Druck und väterlicher Haustyrann: Marie von Ebner-Eschenbachs Der Vorzugsschüler (1901)
19.1 Einführendes
19.2 Deprivation und internalisierte Gewalt in der Vater-Sohn-Figuration
19.3 Der Weg zum Schülersuizid
Kapitel 20. Satirische Karikatur eines Lehrertyrannen: Heinrich Manns Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen (1905)
20.1 Einstieg
20.2 Unrat: Der stigmatisierte Tyrann
20.3 Tyrannische Räume: Kabuff, Stadt und Wohnung
Kapitel 21. „In Deinem Lehnstuhl regiertest Du die Welt": Franz Kafkas Brief an den Vater (1919)
21.1 Kafka und das Tyrannische
21.2 Der haustyrannische Vater
21.3 Bei Tisch und geschwisterliche Verschwörung
21.4 Tyrannisches Reden versus widerständiges Schreiben
21.5 Schule und Arbeitswelt
21.6 Die Ehe als Reproduktion der tyrannischen Struktur und Bedrohung für das widerständige Schreiben.
21.7 Tyrannische Räume: Lehnstuhl im Wohnzimmer, Pawlatsche und Geschäft
Kapitel 22. Die Geburt eines neuen Tyrannen: Arnolt Bronnens Vatermord (1922)
22.1 Gewaltformen im Drama
22.2 Der Haustyrann Ignaz Fessel
22.3 Inzest und Tyrannengeburt: Luise Fessel und Walter
22.4 Die tyrannische Enge der Proletarierwohnung
Kapitel 23. Cipolla als tyrannischer Publikumsverführer: Thomas Manns Mario und der Zauberer (1930)
23.1 Politische und ästhetische Facetten der Novelle
23.2 Der Erzähler: Noch immer im Bann Cipollas
23.3 Zur Atmosphäre faschistischer Tyrannei
23.4 Der tyrannische Künstler Cipolla
23.5 Marios Tyrannenmord
23.6 Bühne frei für den tyrannischen Zauberer
23.7 Thomas Mann, Cipolla und Hitler - der Essay Bruder Hitler (1938)
Kapitel 24. Zur Tyrannis des Unmöglichen: Albert Camus' Caligula (1945)
24.1 Der Tyrannenbegriff im Kontext des Dramas
24.2 Die Inszenierungen der historischen Figur
24.3 Caligula: Künstlerphilosoph und Tyrann
24.4 Traktat des Absurden und ‚tyrannische Lebenskunst'
24.5 Der Tyrann als provozierender Dilettant
24.6 Tyrannis und Revolte - Der Mensch in der Revolte (1951)
Kapitel 25. Grenouille, der Dufttyrann: Patrick Süskinds Das Parfum (1985)
25.1 Duftnoten der Kritik und aisthetisch-ästhetisches Möglichkeitsspiel
25.2 Die Entdeckung der Macht
25.3 Im inneren Reich der Düfte: Grenouilles imaginäre Tyrannis
25.4 Das „Duftdiadem"
25.5 Tod und Schönheit: Grenouille als Mörder
25.6 Olfaktorische Maskerade und Massensuggestion
25.7 Der Tyrannen(selbst)mord
Kapitel 26. Der dystopische Filmtyrann Immortan Joe: George Millers Mad Max: Fury Road (2015)
26.1 Leinwandtyrannen vom Stummfilm bis zur Mad Max-Reihe
26.2 ‚Fire and blood': Die dystopische Welt von Fury Road.
26.3 Der postapokalyptische ‚Urvater' Immortan Joe als Allegorie des tyrannischen Patriarchats.
Notes:
Attribution 4.0 International CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/legalcode.de cc
ISBN:
9783846768594
3846768596
OCLC:
1503844575
Publisher Number:
9783846768594

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