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Am Rande des Grabs : Todeskonzepte und Bestattungsritual in der frühmittelalterlichen Alamannia / Barbara Hausmair.

OAPEN Available online

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Format:
Book
Author/Creator:
Hausmair, Barbara, author.
Language:
German
Subjects (All):
Funeral rites and ceremonies, Medieval.
Alemanni (Germanic people).
Physical Description:
1 online resource (374 pages) : illustrations
Other Title:
Am Rande des Grabs
Place of Publication:
Leiden : Sidestone Press, 2015.
Summary:
Alle Kulturen lösen dieses Urproblem [den Tod] der menschlichen Existenz auf ihre Weise, und es gibt gewiß keine Kultur, die sich nicht als Lösung dieses Problems verstehen und auf diese Kernfrage hin analysieren ließe. (Jan Assmann, Der Tod als Thema der Kulturtheorie) Der Entstehungskontext archäologischer Befunde und der darin fassbaren Objekte spielt eine bedeutende Rolle für die Interpretation materieller Hinterlassenschaften. Gräber sind in erster Linie das Resultat eines emotional und sozial prekären Ereignisses in einer Gesellschaft - dem Tod eines ihrer Mitglieder. So stellt das Grab auch aus archäologischer Sicht eine primäre Quelle für die Auseinandersetzung mit dem Todesverständnis in vergangenen Gesellschaften dar.00Barbara Hausmair geht in ihrer Untersuchung dem Einfluss von Todeskonzepten auf die Bestattungspraktiken der Bevölkerung in der frühmittelalterlichen Alamannia nach. Am Beispiel der Gräberfelder Bad Mingolsheim, Horb-Altheim und Weingarten unternimmt sie einen Vergleich von archäologischen Mustern auf Basis der Grabbeigaben und Grabgestaltung mit anthropologischen Daten zu Alter, Geschlecht, Herkunft, Verwandtschaft und Gesundheitszustand der Bestatteten. Die durch diese Clusteranalysen eruierten Gruppen setzt sie in Beziehung zu soziologischen und kulturanthropologischen Theorien und Modellen zum Umgang mit dem Tod und zeichnet so das komplexe Zusammenspiel von Sozialstrukturen in den jeweiligen Bestattungsgemeinschaften, Todeskonzepten, Folgeweltmodellen und neu konstruierten Identitäten der Toten im Jenseits nach. Die thanatologische Herangehensweise bietet neue Einblicke in die Bestattungspraktiken und Vorstellungen merowingerzeitlicher Gemeinschaften in Südwestdeutschland und präsentiert eine sensible Verknüpfung theoretischer Überlegungen mit einer archäologischen Materialanalyse.
The original circumstances in which archaeological remains came into being are crucial for the interpretation of the material record. Burials are first and foremost a result of a very traumatic event in a society - the death of one of its members. It is due to this context that burials represent a primary source for understanding past societies' attitudes towards death. Barbara Hausmair traces death concepts and their influence on mortuary rituals in early medieval communities in what is today known as southwest Germany. Using the cemeteries of Bad Mingolsheim, Horb-Altheim and Weingarten as case studies, the author compares archaeological patterns based on grave goods and grave arrangements with anthropological data on age, sex, pathologies, trauma and migration patterns of the deceased. By connecting the observed patterns with social theories on human death behaviour, Hausmair dissects the complex network of the burial communities' social structures, death concepts and the newly constructed identities of the dead in the afterlife. Her thanatological approach provides original insights into the relationships between burial practices and ideas about death in Merovingian-period Alamannia by sensibly combining theoretical considerations with a thorough analysis of archaeological material.
Contents:
Vorwort; Einleitung; Die Archäologie und der Tod Überblick zur Forschungsgeschichte; 1.1 Gräberfeldarchäologie der Merowingerzeit in Südwestdeutschland; 1.1.1 Gräberfeldarchäologie und Sozialstrukturen; 1.1.2 Ethnizitäten als Problem der Forschung; 1.2 Theorie und Grab; 1.2.1 Kulturevolutionismus und kulturhistorische Forschung Anfänge der Archäologie; 1.2.2 Prozessuale Archäologie Gräber in Zahlen; 1.2.3 Postprozessuale Strömungen Kontext, Symbole und Grab; 1.2.4 Eklektische Denkansätze und Thanatoarchäologie; Thanatologische Theorie und frühmittelalterliche Gräberfeldarchäologie. 2.1 Was ist der Tod? Philosophische Betrachtungen2.2 Die Evidenz des Leichnams Grundlegendes zum biologischen Todesbegriff; 2.3 Der kulturelle Umgang mit dem Todesbewusstsein und dem Leichnam; 2.3.1 Todeskonzepte Jenseitsvorstellungen und das post mortem; 2.3.2 Bestattungsbräuche und die Toten im Netzwerk ritueller Handlungen; 2.4 "Paganismus" und Christentum Religion und Tod in der Alamannia; 2.5 Thanatologische Perspektiven für das Frühmittelalter Formulierung der Forschungsziele; Untersuchte Gräberfelder im Überblick; 3.1 Bad Mingolsheim; 3.2 Horb-Altheim; 3.3 Weingarten. 3.3.1 Aufteilung des Weingartner Gräberfeldes in zwei FallbeispieleMethodik; 4.1 Statistik Möglichkeiten und Grenzen; 4.2 Datenaufbereitung und Aufbau der Datenbank; 4.2.1 Basistabelle Bestattungen; 4.2.2 Untertabelle Objekte; 4.2.3 Untertabelle Anthropologie; 4.2.4 Untertabelle Pathologien; 4.2.5 Untertabelle Verwandtschaft; 4.3 Verwendete statistische Verfahren; 4.3.1 Clusteranalysen; 4.3.2 Deskriptive Analysen der Cluster-Ergebnisse; Bad Mingolsheim; 5.1 Kombinationsgruppen; 5.2 Vergleich der Kombinationsgruppen; 5.3 Interpretationsmöglichkeiten der erfassten Muster in Bad Mingolsheim. 5.3.1 Bezug Toten- zu Lebensidentitäten5.3.2 Jenseitsmodelle; 5.3.3 Konzepte von "gutem" und "schlechtem" Tod; Horb-Altheim; 6.1 Ritualgruppen; 6.1.1 Vergleich Ritualgruppen; 6.2 Inventargruppen; 6.2.1 Vergleich Inventargruppen; 6.3 Vergleich der Ritual- und Inventargruppen; 6.4 Interpretationsmöglichkeiten der erfassten Muster in Horb-Altheim; 6.4.1 Bezug Toten- zu Lebensidentitäten; 6.4.2 Jenseitsmodelle; 6.4.3 Konzepte von "gutem" und "schlechtem" Tod; Weingarten; 7.1 Weingarten Fallbeispiel 1; 7.1.1 Ritualgruppen; 7.1.2 Inventargruppen; 7.1.3 Vergleich der Ritual- und Inventargruppen. 7.2 Weingarten Fallbeispiel 27.2.1 Ritualgruppen; 7.2.2 Inventargruppen; 7.2.3 Vergleich der Ritual- und Inventargruppen; 7.3 Weingarten Fallbeispiel 1 und 2 im Vergleich; 7.3.1 Verwandtschaften in Weingarten; 7.3.2 Wandel und Kontinuität im Weingartner Bestattungsritual; 7.4 Interpretationsmöglichkeiten der erfassten Muster in Weingarten; 7.4.1 Bezug Toten- zu Lebensidentitäten; 7.4.2 Jenseitsmodelle; 7.4.3 Konzepte von "gutem" und "schlechtem" Tod; 8. Todeskonzepte und Bestattungsritual in drei frühmittelalterlichen meinschaften ein Vergleich 8.1.1 Sozialstruktur, Alltagsrealitat und orenidenticacen 8.1.2 Todeskonzepte aus ruranthropologischer Perspektive 8.1.3 Todcskonzepte im historischen Kontcxt 8.2 Abschliefiende Bemerkungen Abbil dunes vcrzei chnis Tabellcnvcrzcichnis Literaiurvcrzeichnis.
Notes:
Description based on publisher supplied metadata and other sources.

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