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Short-termism im Aktien- und Kapitalmarktrecht : Ideengeschichte, Rechtsvergleichung, Rechtsökonomie.

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Format:
Book
Thesis/Dissertation
Author/Creator:
Bueren, Eckart, 1979-
Series:
Beiträge zum ausländischen und internationalen Privatrecht
BtrIPR
Language:
German
Subjects (All):
Capital market--Law and legislation.
Capital market.
Corporation law.
Physical Description:
1 online resource (1230 pages)
Edition:
First edition.
Place of Publication:
Tübingen : Mohr Siebeck, 2022.
Summary:
Die Aktiengesellschaft soll private Ersparnisse in dauerhaft gebundenes, unternehmerisches Anlagekapital transformieren. Zugleich erlaubt die Börsennotierung eine beliebig kurzfristige Anlage in unternehmenstragende Gesellschaften. Vor diesem Hintergrund bestehen in Rechtswissenschaft, Ökonomie und Politik seit langem große Sorgen, dass die moderne kapitalmarktorientierte Aktiengesellschaft unter ein schädliches Diktat kurzfristiger Einflüsse gerät. Eckart Bueren leuchtet diese wechselhafte Kontroverse um kurzfristige Orientierung und damit um den Schutz der Funktionsfähigkeit der Aktiengesellschaft erstmals gesamthaft rechts- und ideengeschichtlich, rechtsvergleichend und rechtsökonomisch aus. Er erzählt damit die Rezeptionsgeschichte eines international wirkmächtigen Regelungstopos im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht. Welche Entwicklung hat er durchlaufen, für welche Rechtsfragen, Regelungsanliegen und Interessen wurde er zu verschiedenen Zeiten dienstbar gemacht und wie bedeutsam ist er heute? Die Arbeit wurde mit dem Förderpreis der Stiftung Kapitalmarktforschung für den Finanzstandort Deutschland ausgezeichnet.
Contents:
Cover
Titel
Vorwort
Inhaltsübersicht
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Einführung
I. Themenstellung
II. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz
III. Forschungsprogramm
1. Ökonomische Ideengeschichte im rechtshistorischen Kontext
2. Funktional-ökonomische Problemdefinition und -abgrenzung
3. Ideengeschichte bis zur Finanzkrise: Wirtschaftsgeschichte, Rechtsvergleichung und Dogmatik
4. Moderne ökonomische Short-termism-Theorie
5. Empirische Forschung zu Short-termism
6. Bewältigungsstrategien nach der Finanzkrise: Rechtsvergleichende und dogmatische Analyse
1. Teil: Ursprünge und Problemdefinition
1 Schlaglichter aus der Geschichte der Ökonomie
I. Die klassische Schule der Ökonomie: Short-termism zur Zeit der Urformen moderner Aktiengesellschaften
1. Die Handelskompanien in Adam Smiths Wealth of Nations
a) Rechtsgeschichtliche Grundlagen
b) Wettbewerbswirkung, Agency-Problematik und kurzfristige Governance
2. Kurzsichtiges Wirtschaften und Anfänge verhaltensorientierter Ökonomie: Adam Smiths Theory of Moral Sentiments
3. Kurzfristiges Verhalten allgemein vs. in Handelskompanien: ein „Adam-Smith-Problem"?
II. Neoklassische Mikroökonomie
1. Kurzsichtiges Verhalten in der neoklassischen Konsumtheorie: William Stanley Jevons und Alfred Marshall
2. Kurze vs. lange Frist in der neoklassischen Preistheorie: Alfred Marshall
3. Kurzfristiges Verhalten in der neoklassischen Wohlfahrtsökonomie: Arthur Cecile Pigou
a) Kurzsichtige Orientierung als prinzipielles Problem der Marktwirtschaft
b) Potenzielle Korrektur durch den Kapitalmarkt und Gegenmaßnahmen
c) Die Bedeutung unvollständigen Wissens
d) Einordnung in den rechtshistorischen Kontext und die Short-termism-Debatte.
4. Kurzsichtiges Verhalten in der Zins- und Kapitaltheorie österreichischer bzw. neoklassischer Ökonomen
5. Kritische Zusammenschau und Rezeption in der weiteren Short-termism-Debatte
III. Short-termism und Weltwirtschaftskrise: John Maynard Keynes
1. Short-termism in Keynes General Theory
a) Einführung
b) Produktionstheorie: Aktuelle Ergebnisse als Bestimmungsgrund kurzfristiger Erwartungen
c) Konsumneigung: Kurzsichtigkeit als nachrangiger Faktor
d) Investitionsanreize: Primat des Aktuellen und der kurzen Frist im battle of wits
2. Einordnung aus heutiger Sicht
a) Zeit- und rechtshistorischer Kontext
b) Rezeption in der modernen Short-termism-Debatte
2 Problemdefinition der modernen Ökonomie
I. I know it when I see it
II. Definitionsversuche
1. Allgemeine Definitionen
a) Ansatz und Formulierung
b) Praktische versus theoretische Operationalisierung
2. Spezifische Definitionen
III. Fazit: Drei Merkmale und ihre Schwierigkeiten
IV. Abgrenzung
2. Teil: Ideengeschichte - unerwünschte Kurzfrist-Orientierung als Regelungstopos des Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts zwischen Recht und Ökonomie
1 Angloamerikanischer Rechtskreis
I. Vereinigte Staaten von Amerika
1. Hintergrund: Abnehmender relativer wirtschaftlicher Erfolg der angloamerikanischen Volkswirtschaften und Übernahmewellen
2. Diskussionswellen und -themen
3. Short-termism-Diskussion der 1980er und frühen 1990er Jahre
a) Managementfehler
aa) Von „Managing our Way to Economic Decline" …
bb) … über „The Next American Frontier" …
cc) … „Out of crisis" …
dd) … zu „Relevance Lost"
b) Investorenverantworteter Defekt?
aa) Die takeover controversy
(1) Übernahmen als Disziplinierungsinstrument
(2) Übernahmen als Treiber kurzfristigen Denkens
bb) Gesetzgeberische Reaktionen im föderalen System.
(1) Bundesebene
(2) Ebene der Bundesstaaten
c) Scheitelpunkt
aa) Zusammenfassende Aufbereitung und Corporate-Governance-Vergleichung („Capital choices" u. a.)
bb) Mainstream und erstarkende Gegenstimmen
cc) Meinungswechsel des Competitiveness Policy Council
d) Fazit aus heutiger Sicht
4. Short-termism-Diskussion der frühen 2000er Jahre: Bilanzskandale und Dotcom-Blase
a) Regulierungsdefizit
b) Corporate-Governance-Missstände
aa) Administration und Legislative
bb) Schrifttum
c) Theorieversagen?
aa) Effizienzmarkthypothese und Markt für Unternehmenskontrolle
bb) Shareholder-Value
II. Vereinigtes Königreich
1. Hintergrund
2. Vorläufer der Short-termism-Debatte
a) 1930er Jahre: Macmillan Gap
b) 1970er Jahre: Wilson Review
aa) Überblick
bb) Finanzierung und Short-termism
cc) Interessengruppengetriebene Polarisierung der Short-termism-Debatte
c) Fazit
3. Short-termism-Diskussion ab Mitte der 1980er und frühen 1990er Jahre
a) Parallelen und Besonderheiten im Vergleich zu den USA
aa) Declinism und Corporate Governance
bb) Übernahmen und institutionelle Investoren: City vs. Industry
cc) Rezeption US-amerikanischer Beiträge
b) Etablierung des Themas ab 1987
aa) Interessenverbände
bb) Ökonomie
(1) Volkswirtschaftliche Dokumentation und Analyse des decline
(2) Managementforschung
(3) Institutionelle Investoren, Investitionsbewertung und Analystenverhalten
(4) Übernahmen
(5) Umfragestudien zur Managersicht, Managervergütung
cc) Rechtswissenschaft
(1) Der Pionier: J. Parkinsons „Corporate Power and Responsibility"
(2) Die nachfolgende Diskussion
(a) Übernahmen
(b) Nicht geschäftsführende Direktoren
(c) Institutionelle Aktionäre
(d) Unternehmenszielbestimmung.
(3) Corporate-Governance-Systemvergleichung im Wandel der Zeit
(a) „Keeping good Company" 1994
(b) „Keeping better Company" 2005
dd) Short-termism als Thema von Exekutive und Legislative 1985-1994
c) Private Reaktion im Schatten drohender Regulierung: Corporate-Governance-Kodizes
aa) Rechtspolitische Ausgangslage
bb) Cadbury Report 1992
cc) Greenbury Report 1995
dd) Hampel Report 1998
ee) Myners Report 2001
ff) Higgs Report 2003
gg) Zusammenfassung
4. Short-termism in der Entstehungsgeschichte des Companies Act 2006
a) Einführung und Vorgeschichte
b) Short-termism als Thema der CLR Steering Group (1999-2001)
c) Short-termism als Thema der Regierungsantwort und des parlamentarischen Gesetzgebungsprozesses
aa) White Paper 2002
bb) White Paper 2005
cc) Company Law Reform Bill 2005
5. Zusammenfassung und Fazit aus heutiger Sicht
III. Schlussbetrachtung: Short-termism-Debatte und Corporate-Governance-Systemvergleichung im angloamerikanischen Rechtskreis
2 Deutschland im europäischen Kontext
I. Aktienrechtliche Reformdiskussion in der Weimarer Republik bis zum AktG 1937
1. Hintergrund: Wirtschaftliche Achterbahnfahrt, Hyperinflation und Auswirkungen internationaler Finanzströme
2. Die aktienrechtliche Reformdiskussion
a) Leitmotiv der inneren und äußeren Überfremdung durch spekulatives Kapital
b) „Gute" Verwaltung und langfristige Aktionäre vs. „schlechte" kurzfristige Aktionäre
aa) Walther Rathenaus „Vom Aktienwesen"
bb) Rezeption im Lichte der „Lehre vom Unternehmen an sich"
cc) 33. Deutscher Juristentag 1924
dd) 34. Deutscher Juristentag 1926
ee) DJT-Kommission: Generalbericht
ff) Reformvorschläge im Schrifttum
gg) Wirtschaftsenquete-Generalbericht
hh) Konsultation des Reichsjustizministeriums
ii) Der Gesetzentwurf von 1930.
c) Die Bekämpfung kurzfristiger Einflüsse zwischen Weimarer Republik und NS-Ideologie
d) Das Aktiengesetz 1937
e) Erkenntniswert für die heutige Diskussion
II. 1990er Jahre: Kapitalismus vs. Kapitalismus (Michel Albert)
1. Die These
a) Der kurzfristige neoamerikanische Kapitalismus
b) Das langfristige modèle rhénan
c) Trend und Empfehlung
2. Zeitgeschichtlicher Kontext und spätere Entwicklung
3. Heutiger Stellenwert
III. Short-termism und Übernahmerecht
1. Innerdeutsche Diskussion ab 1985
a) Frühe Rezeption der US takeover controversy mit Short-termism-Kritik…
b) … und baldiges Reenactment
aa) Auslöser
bb) Gegner
cc) Befürworter
dd) Praktische Bedeutung, insbesondere die Kontroverse um Höchststimmrechte
c) Die Haltung des WpÜG-Gesetzgebers
2. Geschichte der Übernahmerichtlinie: Mittelbare Eruption?
a) Konfliktlinien mit Parallelität zur Short-termism-Debatte
b) Die Übernahmerichtlinie als Ausdruck von „Capitalisme contre Capitalisme"?
3. Zusammenfassung und Fazit
IV. KonTraG 1998: Einzug des Shareholder-Value?
1. Dreifache Stärkung des Kapitalmarkteinflusses auf AGs
2. Hinwendung zum Shareholder-Value-Konzept?
3. Vierfache Stärkung kontroverser Treiber kurzfristigen Denkens
V. Mitte der 2000er Jahre: Heuschreckendebatte
1. Heuschreckenmetapher in der Politik: Ursprung und Erfolgsgeschichte
2. Rechtspolitischer Hintergrund
a) Herausforderungen nach Auflösung der Deutschland AG
b) Schädliche kurzfristige Orientierung durch Private Equity und Hedgefonds in Deutschland?
3. Juristische Auseinandersetzung
a) Rechtspolitische Vorschläge zur Differenzierung „guter" und „schlechter" Aktionäre
b) Gesetzgeberische Reaktion, insbesondere: Das Risikobegrenzungsgesetz
c) Die weitere Diskussion
3 Fazit: Die Short-termism-Diskussion bis zur Finanzkrise.
I. Exemplarischer Charakter der herausgearbeiteten Linien und Themen.
Notes:
Habilitation--Bucerius Law School Hamburg, 2018.
CC BY-SA
Description based on publisher supplied metadata and other sources.
ISBN:
9783161582264
3161582268
OCLC:
1314615341

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