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Metapher und Lebenswelt : Hans Blumenbergs Metaphorologie als Lebenswelthermeneutik und ihr religionsphänomenologischer Horizont.

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Format:
Book
Author/Creator:
Stoellger, Philipp.
Series:
Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie
Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie.
Language:
German
Subjects (All):
Theology.
Philosophy--Essays.
Philosophy.
Philosophy--History.
Physical Description:
1 online resource (600 pages)
Edition:
First edition.
Place of Publication:
Tübingen : Mohr Siebeck, 2023.
Summary:
Religiöse Rede ist metaphorische Rede. Deshalb übersieht eine Theologie in der 'Logik des Begriffs' einiges, was sich erst der aufmerksamen phänomenologischen Betrachtung zeigt. Hans Blumenbergs Metaphorologie ist eine besonders raffinierte Metaphorologie, deren kritische Rekonstruktion für das Verstehen von religiöser wie theologischer Rede einen neuen Horizont erschließen kann. Philipp Stoellger rekonstruiert die Entwicklung von Hans Blumenbergs 'Arbeit an der Metapher' zur Kulturphänomenologie geschichtlicher Lebenswelten und untersucht deren Verhältnis zur Metapherntheorie von Vico, Derrida und Jüngel. Daraus ergibt sich eine phänomenologische Methode zur Thematisierung und zum Gebrauch von Metaphern in theoretischen und vortheoretischen Kontexten. In der 'Arbeit an der Metaphorologie' wird deutlich, wie Blumenberg von theologischen und kulturtheoretischen Intentionen mitbestimmt wird. Im religionsphänomenologischen Horizont lebt die Theologie von Nachdenklichkeit, einer bestimmten Unbestimmtheit und der Kunst der Vermutung im Sinne von Cusanus. Versteht man religiöse und theologische Rede als metaphorische Rede, erschließt sich ihre lebensweltliche Rückbindung, und es ergeben sich hermeneutische und rhetorische Perspektiven, die die Metaphorizität nicht außer acht lassen. Dabei geht es im Grunde um eine 'Remetaphorisierung der Theologie'.
Contents:
Cover
Titel
Vorwort
Inhaltsübersicht
Inhalt
I. Einleitung
II. Hans Blumenbergs Metaphorologie
A. Theologische Anfänge
Der Ursprung ›ursprünglichen Seinsverstehens‹ im Christentum und die Anfänge der Metaphorologie
1. Blumenberg als augustinischer Theologe und seine Rettung der Scholastik gegen Heideggers Destruktion
Creatio ex nihilo als ursprüngliche Unbegrifflichkeit und Gottes Einsatz seiner selbst in der Schöpfung
2. Der Anfang der Metaphorologie: Präprädikatives Seinsverständnis und die Lichtmetaphorik als dessen Darstellung
Memoria als Zugang zum präprädikativen Seinsverständnis
3. Illuminatives Seinsverständnis und skeptische Anthropologie
4. Der lebensweltliche Ursprung der Philosophie
5. Kritik der Methodisierung
6. Geschichtlichkeit der Phänomenologie als Grundfrage der Phänomenologie der Geschichte
a) Die Gegenwart der Krisis in der Krisis der Gegenwart
b) Mythos und Logos
c) Biblisches Denken und Augustin gegen die Ästhetisierung der Religion
d) Der Gottesverlust im Mittelalter
e) Descartes und sein Gott
f) Luthers legitime theologische Selbstbehauptung
7. Gegenständigkeit und Inständigkeit als Grundmetaphern der frühen Geschichtsphänomenologie
Gegenständigkeit und Inständigkeit
Theologie als Phänomenologie des Ausdrucks der Inständigkeit
8. Blumenbergs Phänomenologie der Endlichkeit
a) Der Sinn von Phänomenologie nach ihrer Krisis
b) Die Sprache der Phänomenologie und der Rekurs auf Unbegrifflichkeit
B. Das erste Paradigma der Metaphorologie Licht als Metapher der Wahrheit
1. Unbegreifen und Vorbegreifen im Vorfeld des Begriffs
2. Die Funktion der Metaphern mit Geschichte
3. Hermeneutik fundamentaler Geschichte
4. Metapher versus Metaphysik
5. Christliche Lichtmetaphorik und erste Remetaphorisierung.
C. Paradigmen zu einer Metaphorologie
1. Die Legitimität der Metapher als Grundbestand
2. Kants Unbegriffe und deren metaphorische Darstellung
3. Absolute Metapher als Antinomienvermeidung
4. Begriffsgeschichte als Horizont der Metaphorologie
a) Genetischer Zusammenhang von Begriffsgeschichte und Metaphorologie
b) Blumenbergs Rückführung der Begriffsgeschichte auf Metapherngeschichten
5. Vico als Protagonist der Metaphorologie
a) Vicos Logik der Phantasie als Metaphorologie
b) Phantasie als metaphorische Mängelkompensation und Weise der Welterzeugung
c) Phantasie im Zusammenhang von memoria und ingenium
d) Topik und Hermeneutik der Geschichte
e) Verum factum und die theologischen Hintergründe
f) Metaphorologische Konsequenzen
6. Themen, Struktur und Verfahren der Metaphorologie
a) Metaphern der Wahrheit und Wahrheit der Metaphern
aa) Hermeneutik der Grundfragen
bb) Die Macht der Wahrheit
cc) Funktion und Signifikanz der Grundmetaphern
dd) Die pragmatische Wahrheit der Metapher
ee) Pragmatik der Interpretation
ff) Diachrone und synchrone Metaphorologie: Horizonterweiterung
gg) Das Wie der Wahrheit: Nacktheit versus Kleidung
hh) Metaphern der Welt und Welten der Metapher
b) Hintergrundmetaphorik und die Metaphorizität der Metaphorologie
Abduktionen der Metaphorologie in terminologischen Zusammenhängen
c) Formvarianz: Übergangsformen der absoluten Metapher
aa) Vom Mythos zur Metapher
bb) Von der Metapher zum Begriff
cc) Vom Begriff zur Metapher
dd) ›Beim Wort Nehmen‹ und Remetaphorisierung
Wissenschaftsmetapher ›Quelle‹ und ihre Remetaphorisierung
Remetaphorisierung des ›Paradigmas‹ und Blumenbergs Paradigma ›Metapher‹
Der Theoretiker als Täter und seine Remetaphorisierung
Remetaphorisierung der Theologie.
Communicatio idiomatum als christologische Metaphorologie
Remetaphorisierung als Umbesetzung der Metaphysik
John Hicks Remetaphorisierung
ee) Metapher und Symbol
ff) Sprengmetaphorik paradoxaler Theologie
gg) Metapher und Modell
d) Vier Formen und Funktionen der Metapher: Quadrupel der Metaphorizität
Zur Funktion des Quadrupels
Horizonterweiterung - Horizontbesetzung
Rehabilitation topischer Grundmetaphern
Metaphorizität und zentripetale versus zentrifugale Semiose
Labilisierung - Stabilisierung
Abdrift, gutartig - bösartig
D. Die Unmöglichkeit einer Metaphorologie Derridas Kritik jeder Metaphorologie als Metaphysik
1. Fortschreibung Heideggers oder Gegenbesetzung?
2. Derridas dekonstruktive Semiotik und Phänomenologiekritik
3. Metapher als Figur der Kritik? Zur Unterscheidung Derridas von Rorty
4. Derridas Metaphorologiekritik - und ›negative‹ Metaphorologie als Erweis ihrer Unmöglichkeit
a) Abnutzung
b) Unmöglichkeit der Metaphorologie
c) Aristoteles' Folgen: Herrschaft des onoma und Metaphernrealismus
Spuren zentrifugaler Semiose
Herrschaft über Hintergrundmetaphern?
Herrschaft oder Anarchie? Derridas Rhetorik
5. Derridas Gegenbesetzung zu Ricoeur
a) Ricoeurs Kritik der Weißen Mythologie
b) Derridas Selbstbehauptung
›Entzug‹ der Metapher als Sprengmetapher
›Weder-Noch‹ als intendierte Vakanz
6. Ricœurs Kritik der Neubeschreibungsthese und die Umbesetzung durch Präfiguration, Konfiguration und Refiguration der Lebenswelt
E. Ausweitung der Metaphorologie zur Lebensweltphänomenologie
1. Verselbständigung der Metaphorologie 1971
a) Subversives Verhältnis zur Begriffsgeschichte
b) Verselbständigung der Perspektive auf die Lebenswelt
Typologie der Metaphern als ›Andeutung‹ einer Theorie
Lebenswelt als Horizont der Metapher.
Kognitive Funktion der Metaphern
2. Lebensweltphänomenologie als Theorie der Unbegrifflichkeit 1979
a) Unbegrifflichkeit und die Antinomie ihrer Thematisierung
b) Theorie der Unbegrifflichkeit als Hinblicknahme auf die Lebenswelt
c) Geschichte der Daseinsmetaphorik als ›Destruktion‹ der Zuschauerposition
d) Wiederkehr des Zuschauerproblems
3. Unsichtbarkeit der Theorie und Sichtbarkeit des Theoretikers Zum Streit um die Lebensweltnähe der Theorie
a) Eine ›Urgeschichte der Theorie‹ als Leitfaden zur Hinblicknahme auf das Verhältnis von Theorie und Lebenswelt
Zum genetischen Kontext der Urgeschichte der Theorie
b) Unsichtbarkeit der Theorie
c) Die Indirektheit der phänomenologischen Thematisierung
d) Die Darstellungstendenz seiner Geschichte der Urgeschichte
Wie ein Anfang wird
Geschichtlichkeit der theoretischen Einstellung
Hermeneutischer Rückgang auf die Lebenswelt im Anschluß an Husserl gegen Nietzsche und Heidegger
e) Streit um die Lebensweltnähe: gegen die Distanz der Rezeptionsästhetik Weinrichs
4. Hermeneutik geschichtlicher Lebenswelten als Phänomenologie der ›Lesbarkeit der Welt‹
a) Der kritische Sinn der Pluralität von ›Lebenswelten‹
b) Lesen als Metapher für Erfahrung und die Lektüre der Lebenswelten
c) Lebenswelten lesbar machen: interpretative Lesewelterzeugung
5. Phänomenologie gegen die Indifferenz von Raum und Zeit und die Folgen für das Philosophieverständnis
III. Remetaphorisierung der Theologie und Retheologisierung der Metaphorologie
A. Fabelhafter Stil. Kulturgenese, Menschwerdung und Entstehung der Religion aus imaginativer Nachdenklichkeit
1. Zur theologischen Absicht und der nötigen Absichtslosigkeit
2. Wirksame Worte
3. Gezielte Ergebnislosigkeit
4. Welche ›Nachdenklichkeit‹?
5. Geschichten zum ›Begriff‹ Genese der Nachdenklichkeit aus dem Zögern.
a) Wie bewirkt die äsopische Fabel Nachdenklichkeit?
b) Wie bewirkt Blumenberg Nachdenklichkeit? Die Fabel der Menschwerdung
6. Zögern als Anfang der Kultur, auch der der Theologie
7. Die Geburt der Kultur(religion) in der Imaginationshöhle
8. Von der Imagination zur Religion: Der Tempel als Kulturhöhle
9. Imaginative Nachdenklichkeit versus Selbstbehauptung
10. Teuflische Zeitnot Ein Mythos der Selbstbehauptung in der Enge der Zeit
11. Paradiesausgang. Die Fabel vom Bleiben der Sünde
12. Deeskalation der theologischen Horizontintentionen
B. Rettung der Unbestimmtheit als Interpretationsspielraum
1. Theologie als Bestimmtheitsgenerierung und Unbestimmtheitsrückgewinnung durch die Phänomenologie
2. Pragmatische Unbestimmtheit und deren Präsenz in der Theologie
3. Semiotische und phänomenologische Gründe der Unbestimmtheit
4. Unbestimmtheit an den Rändern und im Zentrum
Unbestimmtheit in interpretationistischer Perspektive
5. Abgrenzung der Unbestimmtheit gegen ihre Eskalation
6. Bestimmtheitsgewinn durch Unbestimmtheitstoleranz
7. Unbestimmtheitswahrung und Unbestimmtheitsrückgewinnung
C. Die cusanische Kunst der Vermutung als imaginativer Umgang mit Unbestimmtheit Die cusanische coniectura als theologisches Paradigma konjekturaler Phänomenologie und als phänomenologisches Paradigma konjekturaler Theologie
1. Die Entdeckung der Unbestimmtheit bei Cusanus und sein Prinzip der Ungenauigkeit
Die coniectura als Erkenntnisform der docta ignorantia und die Sprengmetaphorik
2. Cusanus' Theologie als Blumenbergs Paradigma für eine Theologie in der Neuzeit
3. Exzentrizität und kompensatorische Selbstentfaltung des Menschen
4. Der wechselseitige Blick von Gott und Mensch
5. Die Notwendigkeit des Menschen und der Menschwerdung Gottes.
6. Der Entzug Gottes und die neuzeitliche Selbstbehauptung.
Notes:
CC BY-NC-ND
Description based on publisher supplied metadata and other sources.
Other Format:
Print version: Stoellger, Philipp Metapher und Lebenswelt
ISBN:
9783161623783
OCLC:
1375292351

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