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Armut in Entwicklungsländern.

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Format:
Book
Author/Creator:
Schäfer, Hans-Bernd.
Contributor:
Bohnet, Michael.
Schäfer, Hans-Bernd.
Verein für Socialpolitik. Ausschuss Entwicklungsländer. Jahrestagung (1993)
Series:
Schriften des Vereins für Socialpolitik
Language:
German
Subjects (All):
Developing countries--Economic conditions.
Developing countries.
Physical Description:
1 online resource (292 pages)
Edition:
1st ed.
Place of Publication:
Berlin : Duncker & Humblot, 2022.
Language Note:
Summaries in German and English.
Summary:
Die Autoren dieses Buches, Entwicklungsökonomen und führende Praktiker der Entwicklungspolitik, befassen sich mit grundlegenden und aktuellen Problemen der Armut in Entwicklungsländern. Zwanzig Prozent der Weltbevölkerung lebt heute in absoluter Armut und davon ein großer Anteil weit unterhalb der Armutsschwelle. Die Autoren behandeln Ausmaß, Entwicklung, Ursachen und Wirkungen der Armut in Entwicklungsländern. Sie befassen sich außerdem mit der Rolle der Wirtschafts- und Sozialpolitik, insbesondere aber auch der internationalen Entwicklungspolitik bei der Bekämpfung der Armut. Armut bedeutet nicht nur niedriges Einkommen, sondern auch geringen Bildungsstand, wenig Möglichkeiten zur Kommunikation, soziale Deklassierung, häufige Erkrankung und kurze Lebenserwartung. Wegen der Vielschichtigkeit von Armut ist es schwierig, ihr Ausmaß genau zu bestimmen. Die im Buch dargestellten Meßkonzepte reichen von dem wenig aussagefähigen und sogar irreführenden "headcount" bis zu komplexen Indikatoren mit hohem Informationsgehalt für Öffentlichkeit und armutsbekämpfende Behörden. Wie immer Armut begrifflich gefaßt wird, es scheint, wie aus dem umfangreichen empirischen Material des Buches hervorgeht, sicher zu sein, daß sie in den letzten zwanzig Jahren zugenommen hat. Verschärfte Armut tritt auch in Entwicklungsländern mit befriedigendem Wirtschaftswachstum auf. Armut ist nicht in erster Linie auf niedrige Produktivität zurückzuführen, sondern wie von den Autoren gezeigt wird, auf ein Bündel von Faktoren, die Einkommensmöglichkeiten und Partizipation an staatlichen Leistungen im allgemeinen und öffentlichen Gütern im besonderen unter Mindestschranken drücken. Wenn Armut auch bei relativ hohem Pro-Kopf-Einkommen auftreten kann, bedeutet dies nicht, daß wirtschaftspolitische Maßnahmen für die Bekämpfung der Armut ungeeignet seien. Armutsbekämpfung kann sich sowohl wirtschafts- und ordnungspolitischer Mittel bedienen als auch direkter Transferleistungen. Auch die Wirtschaftspolitik der Industriestaaten kann zur Armutsbekämpfung beitragen, indem sie ihren Protektionismus gegenüber Importen aus Entwicklungsländern reduziert und abrupte Veränderungen der Finanz- und Geldpolitik vermeiden hilft, die in Entwicklungsländern deutlich erkennbare Auswirkungen auf die Armutsgruppen zur Folge gehabt haben. Aber auch Entwicklungshilfe kann einen Beitrag leisten, sei es direkt, sei es indirekt, indem Mittelabflüsse an Eigenanstrengungen der Empfängerländer bei der Armutsbekämpfung geknüpft werden.
Contents:
Intro
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Renate Schubert, Zürich: Armut in Entwicklungsländern - Begriff, Ausmaß, Konsequenzen
A. Zum Begriff der Armut
I. Grundlegende Definitionen
II. Typen von Meßinstrumenten
III. Zur Messung absoluter Armut
1. Subsistenzkriterien
2. Einkommenskriterien
3. Kombinierte Kriterien
IV. Zur Messung relativer Armut
1. Grundprinzipien
2. Subjektive relative Armut
3. Objektive relative Armut
B. Zum Ausmaß der Armut
I. Vorbemerkungen
II. Analyse von Armutsgrenzen
III. Analyse von Armutsprofilen
IV. Analyse von Armutsindikatoren
V. Zur Entwicklung der Armut
C. Konsequenzen
I. Armutsmessung als Investitionskalkül
II. Armutsursachen: Analyseaufgabe für die Wissenschaft
III. Armutsbekämpfung: Handlungsbedarf für die Politik
D. Zusammenfassung
Summary
Literatur
Eberhard Scholing, Hamburg: Über den Zusammenhang zwischen materieller Armut und Sterblichkeit in Entwicklungsländern. Korreferat zum Referat von Renate Schubert
Anhang
Hans-Rimbert Hemmer, Gießen: Ansatzmöglichkeiten einer armutsorientierten Entwicklungspolitik: Ein Überblick
A. Massenarmut als entwicklungspolitisches Problem
B. Zur Bestimmung der relevanten Zielgruppen
C. Armut und Unterentwicklung
D. Armut und interpersonelle Einkommensverteilung
I. Determinanten der interpersonellen Einkommensverteilung
II. Armut als Folge ungleich verteilten Ressourceneigentums
1. Vorbemerkungen
2. Handlungsfelder einer armutsorientierten Entwicklungspolitik
a) Verbesserter Zugang zu Land
b) Verbesserter Zugang zu Humankapital
III. Armut als Folge einer unzureichenden produktiven Nutzung von Ressourceneigentum
2. Handlungsfelder einer armutsorientierten Entwicklungspolitik.
a) Schaffung der benötigten rechtlichen und administrativen Sicherheiten für die Armen
b) Verbesserter Zugang zur Infrastruktur
c) Verbesserter Zugang zum Kapitalmarkt
d) Verbesserter Zugang zur Technologie
IV. Armut als Folge einer unzureichenden Erlöserzielung beim Einsatz produktiv nutzbaren Ressourceneigentums
V. Die Rolle der Umverteilungspolitik
2. Handlungsfelder einer armutsorientierten Umverteilungspolitik
VI. Armutsbekämpfung und Wirtschaftswachstum - ein Zielkonflikt?
E. Zur Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes der Armutsbekämpfung
Zusammenfassung
Francesca Schinzinger, Aachen: „Armut" in wirtschaftshistorischer Perspektive
A. Das Mittelalter
B. Die Zeit des absolutistischen Staates
C. Das Zeitalter der Industrialisierung
D. Schluß
Vincenz Timmermann, Hamburg: „Armut" in wirtschaftshistorischer Perspektive. Anmerkungen zum Referat von Francesca Schinzinger
Thilo Hatzius, Heidelberg/Rainer Marggraf, Hamburg: Konzepte der Armutsmessung
A. Einleitung
B. Was ist Armut?
I. Armut zwischen Güterversorgung und individueller Wohlfahrt
1. Armut als Unterversorgung mit Gütern
a) Armut als existentielle Notlage
b) Der Grundbedürfnisansatz
c) Armut als Deprivation
d) Relative Einkommensarmut
2. Armut als niedriges Nutzenniveau
3. Armut infolge unzureichender Befähigung
a) Sekundäre Armut
b) Tertiäre Armut
c) Sens Befähigungskonzept
II. Zur Messung individueller Armut in Entwicklungsländern
C. Wie mißt man Armut?
I. Forderungen an Armutsmaße
1. Inhaltliche Axiome
Indikator-Axiom
Anonymitäts-Axiom
Schwaches Fokus-Axiom
Strenges Fokus-Axiom.
Invarianz-Axiom: Version 1
Invarianz-Axiom: Version 2
Schwaches Monotonie-Axiom
Strenges Monotonie-Axiom
Minimales Transfer-Axiom
Schwaches Transfer-Axiom
Strenges Transfer-Axiom: Version 1
Strenges Transfer-Axiom: Version 2
Sensitivitäts-Axiom: Version 1
Sensitivitäts-Axiom: Version 2
Sensitivitäts-Axiom: Version 3
Armutszunahme-Axiom
Armutsabnahme-Axiom
Verdoppelungs-Axiom
Armutsgrenzen-Axiom
Gruppensummen-Axiom
Gruppenmonotonie-Axiom
2. Formale Axiome
Normierungs-Axiom
Stetigkeits-Axiom
3. Unmöglichkeitstheoreme
II. Armutsmaße
1. Das Armutsmaß von Sen
a) Die Entwicklung dieses Maßes
b) Die Beurteilung dieses Maßes
2. Weitere Armutsmaße
III. Armutsmaße und Armutsbekämpfung
D. Abschließende Bemerkungen
Hermann Sautter, Göttingen: Internationale Armutsbekämpfung. Zu den Möglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit
A. Internationale Armutsbekämpfung - soziale Komponente einer „Weltinnenpolitik"?
B. Allokationseffizienz, Stabilität und Subsidiarität - Anforderungen an eine der Armutsbekämpfung dienende internationale und nationale Wirtschaftsordnung
I. Effizienz der Faktorallokation
II. Makroökonomische Stabilität
III. Subsidiäre Armutsbekämpfung
C. Die Allokation von Entwicklungshilfe im Rahmen einer internationalen Strategie der Armutsbekämpfung
Michael Bohnet, Bonn: Armutsbekämpfung durch Hilfe zur Selbsthilfe. Korreferat zum Referat von Hermann Sautter
A. Drei Strategien zur Armutsbekämpfung
B. Ausgangslage in den Entwicklungsländern
C. Selbsthilfe
D. Politik der Selbsthilfeförderung
E. Die Handelnden
F. Instrumente der Selbsthilfeförderung
G. Beispiele für selbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung
H. Grenzen der Selbsthilfeförderung.
I. Anlage Projektbeschreibungen
Rehabilitierung von Wassereinzugsgebieten in Maharashtra (Indien)
Unterstützung der Grameen Bank Bangladesh
PRORENDA Brasilien
Städtische Kleinstunternehmerinnen im informellen Sektor, Kolumbien
Wohngebietsanierung Dalifort/Dakar Senegal
Dorfentwicklungsfonds Atacora, Benin
Wolfgang Kroh, Frankfurt a. M./Siegfried König, Bad Nauheim: Möglichkeiten der Armutsbekämpfung über den Projektansatz der Entwicklungszusammenarbeit. Korreferat zum Referat von Hermann Sautter
A. Vorbemerkungen
B. Unmittelbare Armutsbekämpfung durch Projekte
I. Vorerfahrungen
II. Erfahrungen aus der Zusammenarbeit
III. Generelle Unzulänglichkeiten der klassischen Projekthilfe
C. Bausteine und Umrisse eines strategischen Ansatzes
I. Ausgangspunkte eines strategischen Ansatzes
II. Bausteine
1. Strukturelle Reformen
2. Mittelbare Armutsbekämpfung durch Projekte und Politikbewertung
3. Unmittelbare Armutsbekämpfung
4. Analytische Instrumente und Politikbewertung
5. Die Einpassung von Einzelvorhaben
6. Strategische Ergänzungen
III. Umrisse der Strategie
D. Zusammenfassung und Ausblick
Rolf Schinke, Göttingen: Armut und Verschuldung: Der Einfluß des Ressourcentransfers auf die Entwicklung der Preise handelbarer und nichthandelbarer Güter
A. Die Situation
B. Hypothesen zur Erklärung des Zusammenhangs von Verschuldung und Armut
I. Kapitalzuflüsse und die Veränderung der Preise handelbarer und nichthandelbarer Güter
II. Preisänderungen und Beschäftigung
III. Veränderungen der Arbeitslosigkeit und Armut
C. Empirische Analyse
I. Verschuldung und relative Preise
II. Analyse der Lohnänderungen
Summary: Poverty and Indebtedness: The Impact of Changing Resource Transfers on the Prices of Tradables.
Literatur
Rasul Shams, Hamburg: Steuerreform und Armutsbekämpfung: das Beispiel Jamaika
Einführung
A. Armutsbekämpfung, verteilungspolitische Ziele und Steuerreformpolitik in Entwicklungsländern
B. Steuersystem und Steuerverwaltung in Jamaika vor der Reform
I. Das Besteuerungssystem
II. Die Steuerverwaltung
C. Die Reform des Steuersystems und der Steuerverwaltung in Jamaika
I. Strukturanpassung und Ziele der Steuerreform
II. Die Reformmaßnahmen im einzelnen
D. Verteilungseffekte der Besteuerung und die Steuerreform in Jamaika
I. Ergebnisse von Inzidenzanalysen zur Vorbereitung der Steuerreform
II. Verteilungseffekte des reformierten Steuersystems
E. Grenzen und Möglichkeiten der steuerlichen Entlastung der Armutsgruppen in Jamaika
F. Schlußwort
Summary: Tax reform and poverty alleviation The Case of Jamaica
Literatur.
Notes:
Description based on publisher supplied metadata and other sources.
ISBN:
3-428-48079-1
OCLC:
1299387686
Access Restriction:
Open access Unrestricted online access

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