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Die Substantiierungslast im Zivilprozess.

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Format:
Book
Author/Creator:
Rust, Max.
Series:
Schriften zum Prozess- und Verfahrensrecht
Schriften zum Prozess- und Verfahrensrecht Band 6
Language:
German
Physical Description:
1 electronic resource (221 p.)
Edition:
1st ed.
Place of Publication:
baden-baden 2021
Baden-Baden : Nomos Verlagsgesellschaft, 2021.
Language Note:
German
Summary:
The importance of Substantiierungslast (pleading requirements) for the practice of German civil procedure law can hardly be overstated: For a lawyer, the success of the lawsuit is at stake; for a judge, the Substantiierungslast provides procedural grounds to dismiss a case without taking evidence. In this context, fishing expeditions, general and specific denial as well as denial based on lack of sufficient knowledge are discussed. The author points out concerning developments, such as violations of the right to a fair hearing due to an over-reliance on pleading requirements, limited ways to appeal such decisions, and the Federal High Court’s increasing willingness to instrumentalize procedural burdens.
Die richtige Behandlung der Substantiierunglast ist für die Praxis des Zivilprozesses von kaum zu überschätzender Bedeutung: Für den Anwalt geht es um einen erfolgreichen Ausgang des Rechtsstreites, für den Richter um eine Entscheidung nach dem Gesetz, die auch im Instanzenzug Bestand hat. Die Arbeit setzt Einzelprobleme wie Ausforschungsbeweis, „einfaches“ und substantiiertes Bestreiten, sekundäre Darlegungslast und die Erklärung mit Nichtwissen in den Zusammenhang. Zugleich weist der Verfasser auf rechtsstaatlich bedenkliche Entwicklungen hin, namentlich eingeschränkte Rechtsschutzmöglichkeiten gegen überspannte Substantiierungsanforderungen sowie eine zunehmend praktizierte höchstrichterliche Umverteilung der Darlegungslast.
Contents:
Cover
Einleitung
Erster Teil: Substantiiertes Behaupten
Erstes Kapitel: Die Grundlage der Substantiierungslast
A. Sprachgebrauch
B. Substantiierung und Individualisierung
C. Substantiierung und Schlüssigkeit
I. Die Leitentscheidung BGH WM 1962, 719
II. Die Rezeption von BGH WM 1962, 719
1. Möglichkeit zur Schlüssigkeitsprüfung als alleiniger Maßstab
2. Unklar-Werden auf Grund der Einlassung des Gegners
III. Die Substantiierungslast - ein „Phantom"?
D. Alternative Konzepte
I. Die Ansicht Langes: „Substantiierungspflicht" zur Prozessförderung
II. Die Ansicht Broses: Einlassungsfähigkeit als ergänzendes Kriterium
III. Wahrscheinlichkeits-, Plausibilitäts- und Missbrauchskontrolle
1. Plausibilitätskontrolle nach Meyke
2. Das Verbot der vorweggenommenen Beweiswürdigung
a) Das „Recht auf Beweis"
b) Das Beweismaß des 286 Abs. 1 S. 1 ZPO
c) Plausibilitätskontrolle und das Beweismaß des 286 ZPO
3. Plausibilitätskontrolle nach Seutemann
4. Plausibilitätskontrolle im Sinne Stürners
Zweites Kapitel: Das Verbot von Geratewohl-Behauptungen
A. Ausforschungsbeweis, Beweisermittlungsantrag und Geratewohl-Behauptungen
I. Unsubstantiierter Tatsachenvortrag: Der Beweisermittlungsantrag
II. Substantiierter, aber willkürlicher Tatsachenvortrag: Die Geratewohl-Behauptungen
B. Wahrheitspflicht und Ausforschungsverbot
I. Wahrheitspflicht als Lügeverbot, Zulässigkeit von Vermutungen
II. Die Novelle 1933 als Zäsur
1. Der Kampf um die Deutungshoheit nach Einführung der Wahrheitspflicht
2. Die reine Lehre: Zulässigkeit jeder Art von Vermutung
3. Begründungswechsel in der Rechtsprechung
C. Rechtsschutzbedürfnis und Geratewohl-Behauptungen
I. Rechtsmissbrauch, Gebot zur redlichen Prozessführung, Rechtsschutzbedürfnis.
1. Geratewohl-Behauptungen als missbräuchliche Prozessverschleppung
2. Geratewohl-Behauptungen als Verstoß gegen das Gebot der redlichen Prozessführung
3. Geratewohl-Behauptungen als institutioneller Rechtsmissbrauch
4. Geratewohl-Behauptungen als eine Frage des Rechtsschutzbedürfnisses
II. Gibt es ein Rechtsschutzbedürfnis für willkürliche Tatsachenbehauptungen?
III. „Behaupten mit Nichtwissen" gem. 138 Abs. 4 ZPO
D. Tatsächliche Anhaltspunkte zur Missbrauchskontrolle
I. Wahrscheinlichkeit und Rechtsschutzbedürfnis
II. Konkrete Anhaltspunkte auf Grund von Wahrnehmungen
III. Kritik an der Plausibilitätskontrolle im Sinne Stürners
IV. Praktische Bedenken gegen das Erfordernis tatsächlicher Anhaltspunkte
1. Die Gefahr erlogener Anhaltspunkte
2. Der vermeintliche Verzicht auf Anhaltspunkte seitens der Rechtsprechung
3. Der Missbrauch des Ausforschungsverbots durch die Instanzgerichte
V. Ergebnisse
Drittes Kapitel: Die Integrität der richterlichen Entscheidungsfindung
A. Eindrücke aus der Praxis
B. Die „Substantiierungsschere" in der Rechtsprechung des BGH
I. Eingeschränkte Erkenntnismöglichkeiten der Betrachtung
II. Die Rüge von Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches Gehör
1. Häufigkeit überspannter Substantiierungsanforderungen
2. Qualität der aufgedeckten Verstöße gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör
a) BGH NJW 2019, 607
b) BGH BeckRS 2017, 109294
III. Ergebnisse
C. Überzeugungsbildung und Steuerung der Missbrauchsgefahr
Zweiter Teil: Substantiiertes Bestreiten
Erstes Kapitel: Einfaches und substantiiertes Bestreiten
A. Leitlinien der Rechtsprechung zum „einfachen" und substantiierten Bestreiten
I. Überblick zu den Leitlinien der Rechtsprechung
1. Substantiiertes Bestreiten grundsätzlich erforderlich.
2. „Einfaches" Bestreiten „in der Regel" ausreichend
3. Mischformel
4. Standpunkte der Literatur
II. Überblick zur Entstehungsgeschichte des 138 Abs. 2 ZPO
1. Das „allgemeine" Leugnen
2. Allgemeines Leugnen und Erforderlichkeit von Gegenangaben im Hannoverschen Entwurf
3. Allgemeines Leugnen und Erforderlichkeit von Gegenangaben in den späteren Entwürfen
III. Schlussfolgerungen aus der Entstehungsgeschichte für das Normverständnis
IV. Entwicklung der Rechtsprechung nach Inkrafttreten der ZPO
B. Die Erforderlichkeit des substantiierten Bestreitens
I. Gebot zu konkreten Gegenangaben auf Grund der Wahrheitspflicht
II. Freie Verhandlungswürdigung gem. 286 ZPO
III. Substantiiertes Bestreiten als Verpflichtung aus Treu und Glauben
IV. Erheblichkeitskontrolle
Festlegung des Streitprogramms
V. Zwischenergebnis
Standpunkt der Gegenansicht
VI. Historisch-systematische Betrachtung des Einlassungszwangs in der ZPO
VII. Antizipierte Beweisvereitelung als abschließender Wertungsgesichtspunkt
1. Beweisvereitelung in der Parteivernehmung
Sanktion
2. Antizipierte Beweisvereitelung durch „einfaches" Bestreiten
VIII. Ergebnisse
C. Das Verhältnis von einfachem und substantiiertem Bestreiten
I. Anerkannte Fälle des einfachen Bestreitens
II. Rechtsprechungsanalyse zum Regel-Ausnahme-Verhältnis
1. „Eine Last zum substantiierten Bestreiten besteht nicht schlechthin" - BGH NJW 1961, 826
2. Rezeption der Pressedienst-Entscheidung BGH NJW 1961, 826
3. „Die ZPO kennt keine allgemeine Aufklärungspflicht" - BGH NJW 1990, 3151
4. „In der Regel genügt das einfache Bestreiten" - BGH NJW 1993, 1782
5. Rezeption von BGH NJW 1993, 1782
6. Ergebnis zur Rechtsprechungsanalyse
III. Einfaches Bestreiten als Ausnahme
Zweites Kapitel: Die Erklärung mit Nichtwissen
A. Fehlende Erinnerung.
I. Nicht-mehr-Wissen als Nichtwissen i. S. v. 138 Abs. 4 ZPO
1. Bestreiten „als unbekannt"
2. „Einfaches" Bestreiten
3. Restriktive Auslegung des 138 Abs. 4 ZPO
4. Kritik an der Bezugnahme auf 138 Abs. 1 ZPO
5. Teleologische Reduktion des 138 Abs. 4 ZPO
Wortsinndeutung
6. Historische Auslegung des 138 Abs. 4 ZPO
a) Möglichkeit des Bestreitens bei erfolgloser Nachforschung und die Regelung zum Parteieid
b) Die Debatte in der Reichstagskommission und ihre Folgen
c) Entfall des systematischen Zusammenhangs wegen Aufhebung der Eidesvorschriften?
II. Glaubhaftmachung oder Beweis der vergeblichen Nachforschungsbemühungen?
B. Nachforschungspflicht im eigenen Wahrnehmungsbereich
I. Nachforschungspflicht bei Möglichkeit zur Wahrnehmung
II. Bestimmung des Wahrnehmungsbereichs
C. Nachforschungspflicht hinsichtlich der Wahrnehmungen Dritter
I. Wahrnehmungen Dritter beim Parteieid
II. Wahrnehmungen Dritter bei der Erklärung mit Nichtwissen
1. Rechtsvorgänger
2. Gesetzliche Vertreter, rechtsgeschäftlich bestellte Vertreter und sonstige Personen, für welche die Partei haftet
a) Personen, die unter „Anleitung, Aufsicht oder Verantwortung" der Partei tätig waren - BGH NJW 1990, 453
b) Personen, für welche die Partei nach materiell-rechtlichen Regeln haftet
D. Möglichkeit und Zumutbarkeit der Nachforschung
I. Möglichkeit der Nachforschung
1. Ausschluss der Erklärung gem. 138 Abs. 4 ZPO bei unterlassener Dokumentation - KG IBR 2017, 363
2. Unterlassene Dokumentation nur im Rahmen der Beweiswürdigung relevant - BGH NJW 1996, 315
3. Keine Zugeständnisfiktion bei verschuldetem Nichtwissen
II. Zumutbarkeit der Nachforschungspflicht
1. Maßstab der Zumutbarkeit von Erkundigungen.
2. Exkurs: Zumutbarkeit von Erkundigungen bei Dritten, insbesondere Geltendmachung materiell-rechtlicher Auskunftsansprüche
Drittes Kapitel: Das Bestreiten negativer Tatsachen
A. Der eigene Standpunkt: Keine Besonderheiten im Vergleich zu positiven Behauptungen
B. Die herrschende Doktrin: Der Beweis negativer Tatsachen als Sonderfall
C. Die Kritik an der Sonderfall-These
D. Exkurs: Die Negativentheorie vor der Rückkehr?
I. Die Montezuma-Entscheidung BGH GRUR 2009, 942
II. „Eine eigenständige prozessuale Rechtsfigur" - Die Entscheidungen des OLG Celle im Kapitalanlagerecht
III. „Erkennbar falsch"- Kein Absehen von der Verschuldensvermutung wegen vermeintlicher Schwierigkeit des Negativbeweises
IV. Ergebnis zur Sonderrolle der negativen Tatsachen
Viertes Kapitel: Braucht es eine „sekundäre Darlegungslast"?
A. Die Entstehungsgeschichte der „sekundären Darlegungslast"
I. Leonhards „Aufklärungspflicht"
II. Das Stufenmodell nach Lüderitz
III. Stürners Erklärungspflicht gegenüber Pauschalbehauptungen
B. Die Kritik an der „sekundären Darlegungslast"
I. „Sekundäre Darlegungslast" als Ausnahme zu einem regelmäßig zulässigen „einfachen" Bestreiten?
II. „Sekundäre Darlegungslast" als Ausnahme von einem Grundsatz, wonach nur substantiierte Behauptungen substantiiert bestritten werden müssen?
III. Rat zur Aufgabe der Rechtsfigur
IV. Exkurs: Die Billigkeitsjudikatur des BGH im Bereich der Anschluss- und Halterhaftung
Dritter Teil: Behaupten und Bestreiten in der Praxis
A. Geordneter Parteivortrag und Anlagen
B. Parteivortrag in Form von Privatgutachten
C. Hinweispflicht nach 139 ZPO
D. Rechtsschutz bei Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
E. Résumé
Schlussbemerkungen
Literaturverzeichnis.
Notes:
Description based on publisher supplied metadata and other sources.
ISBN:
9783748925569
3748925565
OCLC:
1259588746

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